Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

BENNA, Anna Hedwig: Zu den Kronen Friedrichs III

Zu den Kronen Friedrichs III. 57 stellte m). Ein drittes Porträt aus dieser Zeit, das Friedrich III. im Kaiser­ornat abbildete, zeigt eine fast noch reicher geschmückte Krone als die bei­den anderen Bildnisse. Die rosettenförmigen Aufsätze über dem aus zwei Reihen von Edelsteinen und Perlen gebildeten Reif, das Stirnkreuz, der goldene Bügel und die cornua der Mitra erscheinen mit Perlen übersät. Statt des sonst üblichen Kreuzes sitzt auf dem Höhepunkt des Bügels ein gefaßter dunkler, ovaler Edelstein192 193). Zeitlich dürfte dieses Porträt in der Nähe des um 1507/08 von Bernhard Strigel gemalten Porträts Maxi­milians in Mitrenkrone und Kaisermantel liegen194). Eine den Formen der Mitrenkrone der ersten Jahrzehnte Friedrichs III. ähnliche Krone mit hohen, schmalen cornua der Mitra zeigt ein um 1510 entstandenes Tafel­bild mit dem Thema der Einkleidung, Profeßablegung und des Ritter­schlages des ersten Hochmeisters des von Friedrich III. 1469 errichteten Georgsritterordens 195). Die Mitrenkronen Friedrichs III. und Maximilians im Stammbaum des Transsumptes der Hausprivilegien von 1512, illumi­niert von dem Monogrammisten AS, haben dagegen die typische, auch in heraldischen Darstellungen der Mitrenkrone in der Zeit Maximilians I. be­gegnende Form der stark konvex ausgebuchteten, schalenförmigen cornua der Kaisermitra 196). Dagegen zeigt ein um etwa 1515 anzusetzendes, von einem schwäbischen Meister stammendes Reliefbild Maximilians im Kai­192) Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie Inv. n. 4398. Vgl. Weixlgärtner in JbKS NF 2 282 Abb. 320; Buchner Bildnis der Spät­gotik 13; Anna C o r e t h Der „Orden von der Stola und den Kannáéin und dem Greifen“ in MÖStA 5 (1952) 46 Anm. 59; Eger Ikonographie 46, 48 Anm. 20, 49 f, 122 f, Taf. 36; Friedrich III. Kaiserresidenz Wiener Neustadt 355 n. 146. — Eine Replik dieses Bildes findet sich in dem Doppelporträt Friedrichs III. und Eleonores in Stift Wilten von Antonio de Boys, der als Hofmaler des Erzherzogs Ferdinand von Tirol nach älteren Vorlagen Bilder für die Ambraser Sammlung kopierte; vgl. Hans von Mackowitz Der Maler Hans von Schwaz in Schlern­Schriften 193 (1960) 110 Taf. 40 Abb. 7; Eger Ikonographie 51 Anm. 25, 55 n. 5, Taf. 40; Friedrich III. Kaiserresidenz Wiener Neustadt 355 n. 146; Maximilian I. Katalog der Ausstellung 13 n. 5. Vgl. Gerhard Ladner Zur Porträtsammlung des Erzherzogs Ferdinand von Tirol in MIÖG 47 (1933) 478. 19S) Kunsthistorisches Museum Wien, Schatzkammer Inv. n. 4397; Kopie von 1964 von E. Dolamsky-Wiltner im Stadtmuseum von Wiener Neustadt: vgl. Wiener Neustadt Festung, Residenz, Garnison 142 n. 13. — Vgl. L h o t s k y Ge­schichte der Sammlungen 2/1 56; Friedrich III. Kaiserresidenz Wiener Neustadt 355 n. 148; K u g 1 e r Reichskrone Abb. 23. i»4) Vgl. oben S. 46. 195) Kärntner Landesmuseum Klagenfurt. Vgl. P ä c h t Österreichische Ta­felmalerei 84; Ernst Buchner Urban Görtschacher. Ein Kärntner der Renais­sance in JbKS NF 2 (1928) 136 f; Walter Winkelbauer Der St. Georgsorden Friedrichs III. (phil. Diss. Wien 1949) 9, 12; Eger Ikonographie 58ff; Fried­rich III. Kaiserresidenz Wiener Neustadt 369 n. 171, Abb. 22; Maximilian I. Kata­log der Ausstellung 62, 63 n. 242, Abb. 39. 196) HHStA Allgemeine Urkundenreihe 1512 Dezember 19 Wien (Pergament- libell) fol. 2r; Maximilian I. 1459—1519. Katalog der Ausstellung (Wien 1959) 32 n. 95, Abb. 23;Benesch-Auer Historia Friderici et Maximiliani 112 f.

Next

/
Thumbnails
Contents