Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

BENNA, Anna Hedwig: Zu den Kronen Friedrichs III

Zu den Kronen Friedrichs III. 55 kreuz, sie besitzt aber ein Kreuz mit langem Stamm auf dem Höhepunkt des Bügels zwischen den cornua der Mitra181). Die dritte Mitrenkrone der Deckplatte über dem Schild mit dem Kreuzwappen hat einen Reif mit arabeskenartigen Aufsätzen, eine glatte, nur mit Perlenrändern ge­schmückte Mitra und einen breiten, mit Edelsteinen und Perlen besetzten Bügel mit einem gleichschenkeligen Kreuz 182). Ein den Mitrenkronen der Deckplatte des Friedrichsgrabes sehr ähnliches Insigne erscheint als Ober­wappen über dem Doppeladlerwappen des 1481 vom Kaiser errichteten Wappensteines über dem Friedrichstor der Burg in Linz183). Ähnliche Mitrenkronen wie die auf der Deckplatte des Friedrichgrabes sind noch aus der Zeit nach dem Tod des Kaisers erhalten. Dazu wäre die Mitren­krone über dem Doppeladlerwappen im Fünfpaß des aus dem ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts stammenden Wappengrabsteines des Inte­stinabegräbnisses Friedrichs III. in der Stadtpfarrkirche von Linz zu zäh­len. Diese Mitrenkrone besitzt einen Reif mit rosettenartigen Aufsät­zen, ein hohes Stirnkreuz vor dem Bügel und eine mit Perlenreihen be­setzte Mitra 184). Die auf der Tumbaplatte des zweiten Hochmeisters des Georgsritterordens, Johann Geumann, durch die Fahnenstange gesteckte Krone zeigt deutlich die Merkmale einer Mitrenkrone der Zeit Fried­richs III.185 *). Und schließlich wäre noch einer der Prunkschilde von St. Martin im Gnadenwald (Tirol) zu erwähnen, der ein der Mitrenkrone der Kaiserfigur auf der Deckplatte des Friedrichgrabes sehr ähnliches Insigne trägt180). Die Mitrenkrone in ihrer in der Zeit Friedrichs III. ausgebildeten Form kommt auch in Holzschnittillustrationen der Achtziger- und Neunziger­181) Vgl. oben Anm. 180. 182) vgl. oben Anm. 180. 183) Lhotskyin JbKS NF 13 87 Abb. 81; dsbe Der Wappenstein am Fried­richstor der Burg zu Linz in Kunstjahrbuch der Stadt Linz (1964) 86 Anm. 68, 88 f; eine gleiche, allerdings beschädigte Krone zeigt der Wappenstein mit dem Wappen Friedrichs III. im Hof von St. Maria de Anima in Rom: vgl. ebenda 87, 89, Abb. 71; Friedrich III. Kaiserresidenz Wiener Neustadt 324, 325 n. 56. 184) Stadtpfarrkirche Linz. Vgl. Österreichische Kunsttopographie 36 (Die Linzer Kirchen) bearb. von Justus Schmidt (Wien 1964) 414, 415 Abb. 453; Erich Egg Der Linzer Schmidtorturm und der Ursprung seines Wappenpro­gramms in Kunstjahrbuch der Stadt Linz (1965) 26, 27 Abb. 45; Hans Peter Z e 1 f e 1 Zum Wandgrabstein Kaiser Friedrichs III. in der Linzer Stadtpfarr­kirche in Historisches Jahrbuch der Stadt Linz (1967) 357 f; dsbe Ableben und Begräbnis Friedrichs III. 90 f. 185) Stiftskirche Millstatt, Geumannkapelle. Vgl. Karl G i n h a r t Millstatt am See (Klagenfurt 1934) Abb. 17; Richard Mill esi Romanische und ritter­liche Grabplastik Kärntens (Klagenfurt 1963) 28, Abb. 40. 186) Franz Heinz H y e Die Datierung der vier Prunkschilde zu St. Martin im Gnadenwald und die Anfänge des „Ehrenkränzels“ im Tiroler Landeswap­pen in Tiroler Heimat 34 (1970) 67; Hans Wie ser Die vier Prunkschilder zu St. Martin im Gnadenwald in Cusanus Gedächtnisschrift, hg. von Nikolaus Grass (Innsbruck 1970) 465 ff., Abb. 473.

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