Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

BENNA, Anna Hedwig: Zu den Kronen Friedrichs III

52 Anna Hedwig Benna Siegel165). Das mit der Fünfvokaldevise und der Legende REX FRIDRI- CUS gezeichnete Stück zeigt Friedrich im Profil nach rechts (heraldisch) mit einer aus einem Reif mit Blattaufsätzen geformten Krone mit einem von der Stirn zum Nacken führenden Bügel und einem gleichschenkeligen Kreuz auf einem Globus. Dem Typ der Bügelkrone mit einfachem Bügel gehört auch die über dem linken Ober eck des Schildes mit dem Wappen des regnum Italiae schwebende Krone auf der Deckplatte des Friedrichs­grabes an, auf deren einfachem, krabbenbesetztem Bügel ein einfaches Kreuz sitzt166). Zu den Bügelkronen im weiteren Sinn muß auch ein besonderer, mit dem sakralen Kaisertum eng verbundener Typ von Bügelkrone, die in zahl­reichen Bildern seit Friedrichs Kaiserkrönung vorkommende Mitrenkrone, gerechnet werden. Die in den Quellen als „diadema“ oder „infula impe­rialis“ bezeichnete Mitrenkrone 167) fußte zur Zeit Friedrichs III. auf der Tradition des 14. Jahrhunderts, vor allem aus der Zeit Karls IV., dessen Mitrenkronen uns in zahlreichen Denkmalen überliefert sind 168). Charak­teristisch für die Mitrenkronen Karls IV. war die dreieckige Mitra, deren cornua über Stirn und Nacken des Trägers standen, und der halbkreisför­mige, entweder von Schläfe zu Schläfe gespannte, die Mitra einschreibende oder von dem Zierat über der Stirn zum Nacken führende Bügel169). Das Kreuz saß dann entweder auf dem Scheitelpunkt des von Schläfe zu Schlä­fe führenden Bügels oder über dem Zierat über der Stirn 17°). Die Bilder von Friedrichs III. Mitrenkronen zeigen, daß dem Umstand, daß die Mitra dem Kaiser bei seiner Krönung mit den cornua über den Schläfen und nicht über Stirn und Nacken stehend aufgesetzt wurde 171), in dieser Kro­nenform bereits Rechnung getragen wurde. Die cornua der Mitren, deren flatternde Fanones häufig reich geschmückt mit Perlen und Edelsteinen zu sehen sind, stehen in allen Denkmalen aus der Zeit Friedrichs III. und Maximilians über den Schläfen des Trägers. Die Mitrenkrone kommt in den Bildern Friedrichs III. sowohl als getragenes Insigne als auch in he­raldischer Form vor. Die von Friedrich III. zu seinem Romzug angeschaffte, kostbare persönli­che Krone dürfte in keinem zeitgenössischen Bild überliefert sein. Ein zeit­lich den Ereignissen von 1452 nahe liegender Cassone stellt wohl das Schauspiel der Kaiserkrönung, allerdings nicht im Inneren von St. Peter, 165) Karl von Sava Die Siegel der österreichischen Regenten in MCC 9 (1864) 166; ebenda 16 32 n. 28; Wilhelm Ewald Siegelkunde (München 1912) 97; Erich Kittel Siegel (Braunschweig 1970) 239. 166) Wimmer-Klebel Grabmal Friedrichs III. Abb. 111. 167) vgl. oben S. 40. iss) Vgl. B e n n a in MÖStA 25 327, 329, 331. 169) Vgl. ebenda 323, 325 f, 328 f, 331 f. no) Vgl. ebenda 323 f, 326 f, 329 f, 331 f. ili) Vgl. oben S. 41.

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