Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

NECK, Rudolf: Sammelreferat. Geschichte der Arbeiterbewegung

478 Literaturberichte Anregung für Spezialuntersuchungen, als Fundgrube für Themen, die nach dem Titel keineswegs nähere Verwandtschaft erkennen lassen müssen, verwendet, und es besteht Grund zu der Annahme, daß weitere Generatio­nen auf die Gesammt-Staats-Idee, vor allem auf die mehr als zwei Drittel des Werkes umfassenden Anmerkungen, zurückgreifen werden. Dem Ver­lag Geyer, der schon bei den bisher veranstalteten Neudrucken für die Desiderata der historischen Fachliteratur echtes Verständnis gezeigt hat, ist für diese Ausgabe besonders zu danken. Gerhard Rill (Wien) Peter Meienberger Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenborn als kaiser­licher Resident in Konstantinopel in den Jahren 1629—1643. Ein Beitrag zur Geschichte der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts (Geist und Werk der Zeiten. Arbeiten aus dem Historischen Seminar der Universität Zürich 37). Herbert Lang, Bern — Peter Lang, Frankfurt/M. 1973. 283 S., illustr. In der Frühzeit der österreichisch-osmanischen Beziehungen im 16. und 17. Jahrhundert, die durch eine permanente Labilität gekennzeichnet ist, gewannen die Persönlichkeiten der Diplomatie, die Botschafter, Inter­nuntien usw., die vom kaiserlichen Hof in Wien an die Hohe Pforte ge­schickt wurden, eine besondere Bedeutung. Viele von ihnen wurden be­reits untersucht, mehr noch harren einer befriedigenden biographisch-hi­storischen Bearbeitung. In der zu erwartenden Renaissance der osmani- schen Studien in Österreich vor den Jahrhundertfeiern 1983 werden diese Themen sicher noch der eingehenderen Erforschung zugeführt werden. In der vorliegenden ausgezeichneten Dissertation der Universität Zürich wird eine schon mehrfach behandelte Gestalt aus diesem Kreis einer Revi­sion unterzogen, wobei hier zum ersten Mal alle Quellen, die sehr ver­streut sind, in einer bisher nicht gekannten Breite herangezogen wurden. Schmid stammt aus Stein am Rhein und ist schon als junger Abenteurer in die Gefangenschaft der Türken geraten. Hier hat er dann gründlich Land und Leute, vor allem aber auch die Sprache gelernt, sodaß er, als er mit 39 Jahren zum ständigen kaiserlichen Vertreter in Konstantinopel bestellt wurde, bestens für die schweren Aufgaben geschult und vorberei­tet schien. Es war im Jahr 1629, als die beiden Erbfeinde infolge anderwärtiger Schwierigkeiten gezwungen waren, ein erträgliches Verhältnis zwischen ihren Staaten aufrechtzuerhalten. M. gibt einleitend eine sehr ausführliche Schilderung der Verhältnisse besonders seit dem Frieden von Zsitvatorok. Die Frage der Gleichberechtigung im zwischenstaatlichen Verkehr bildete in ihren verschiedenen Aspekten das Hauptproblem, nachdem die erste Phase der österreichisch-osmanischen Beziehungen, die Zeit des hoffnungs­losen türkischen Übergewichts, mit dem Krieg um die Wende des 16. zum 17. Jahrhundert endgültig überwunden schien. Die damit zusammen­hängenden Schwierigkeiten begleiteten Schmid während seiner ganzen Dienstzeit. M. weist anhand von konkreten Textanalysen auf den Wandel im Cha­rakter der Staatsverträge hin. Die Diplomatie in Konstantinopel, aber

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