Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)

BENNA, Anna Hedwig: Zu den Kronen Friedrichs III

Zu den Kronen Friedrichs III. 27 Einschaltung der Diplomatie Pius’ II. zum Friedensschluß von Öden­burg, in dem sich Friedrich III. gegen Zahlung einer Summe von 300.000 ungarischen Goldgulden und das Recht auf lebenslängliche Führung des Titels eines Königs von Ungarn und der Anwartschaft für sich und seine Söhne auf Wahl zum König durch die ungarischen Stände beim Fehlen von Söhnen und Enkeln des Königs Mathias dazu verstand, die heilige Krone herauszugeben 24). Der Übergabe der Krone an die Ungarn ging ein von diesen gefordertes Rekognitionsverfahren des zu übergebenden Insignes voraus. Die ungarischen Stände, die große finan­zielle Opfer für die Wiedergewinnung der heiligen Krone gebracht hatten, nominierten Ladislaus Paloczy, einen Augenzeugen der Ereignisse von 1440, und beauftragten ihn, die Identifizierung der vom Kaiser zu über­gebenden Krone vorzunehmen und festzustellen, ob es sich bei dem ge­genständlichen Insigne tatsächlich um die echte Krone handelte. Offenbar fürchtete man damals in Ungarn, getäuscht zu werden und statt der ech­ten Krone eine Nachbildung zu erhalten2S). II Wie im Fall der heiligen Krone Ungarns gezeigt werden konnte, reichten weder jahrelange treuhändige Verwahrung der Krone noch Wahl durch eine Minderheit von Magnaten sowie eine von diesen übernommene Ver­pflichtung, dem Erwählten auch zur Krönung zu verhelfen, dazu aus, um ein Recht Friedrichs III. auf das Königreich Ungarn und die mit dem reg- * 24 * majori praedictae civitatis, in presentia serenissimi domini imperatoris et ejus augustae dominae Leonorae, principum, comitum, baronum etc. et utriusque sexus nobilium, dum reverendissimus in Christo pater et dominus dominus arehiepiscopus Salzburgensis divinum officium in ara perficeret, supradicta electio sic in Ungaria ex instinctu Spiritus Sancti concorditer et canonice facta et celebrata, per praelibatos ambasciatores praedicti regni Ungariae fuit ostensa, et coram omni populo lecta et publicata et proclamata et cum solemni protesta­tione admissa et cum omni reverentia assumpta“; Hürbin in ZRG GA 13 181: „...in regem postmodum eciam Ungariae proceribus regni est electus“; „... Ipsa quoque electione sibi presentata nuper de anno preterito videlicet 1459 dominica letare coram decem pontificibus pontificalibus decoratis insigniis principumque multitudine copiosa, in ecclesia Dei genitricis nove civitatis Austrie, curam et gubernaculum regni suscepit“; Strnad in Römische histori­sche Mitteilungen 10 160; H a 11 e r in MÖStA 26 129. 24) Chmel Regesta n. 4011; JbKS 1 Reg. n. 90 (1463 Juli 19); 1100 Jahre österreichische und Europäische Geschichte in Urkunden und Dokumenten des Haus-, Hof- und Staatsarchivs Wien, hg. von der Generaldirektion (Wien 1949) 43 n. 28, Taf. 28; De ér Heilige Krone 244; Haller in MÖStA 26 147. — Zur päpstlichen Diplomatie um den Frieden von Ödenburg vgl. Strnad in Römi­sche historische Mitteilungen 10 160 f. 25) Deér Heilige Krone 244.

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