Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 27. (1974)
HLAVAC, Franz: Die Armeereorganisation der Jahre 1881–1883 in der Donaumonarchie
Armeereorganisation 1881—1883 247 und Becks 23) zu bearbeiten, um hiedurch Anhaltspunkte für deren vergleichende Beurteilung zu gewinnen. Die Detailarbeit sollte folgende Momente umfassen: die Ergänzungs- und Standesverhältnisse, die Ordre de bataille und Dislokation, die Deckung des Pferdebedarfs, den Kostenpunkt und schließlich ein beiläufiges Aufmarschkalkül. Während der Ausarbeitung dieser mit A (Projekt Albrecht) und B (Projekt Beck) bezeichneten Projekte waren neue Vorschläge erarbeitet worden, wie man Truppenkörper schaffen könne, die außerhalb des territorialen Rahmens stünden und für exterritoriale Dislokation leicht verfügbar wären. So entstanden im August 1881 die Variante zu A und B 24), verfaßt vom Vorstand der 5. Abteilung Oberst Hold, und ebenfalls im August 1881 die Projekte C 25) und D von FML Vlasits, wovon letzteres des leichteren Überganges wegen Regimenter zu drei und vier Bataillonen in Antrag brachte. Dieses Projekt D wurde von Vlasits zurückgezogen, da einige demselben zugrunde gelegten Bedingungen nicht zutreffend waren. 23) Vergleich der Projekte Albrecht (Projekt A) und Beck (Projekt B): A B Anzahl der Korpskommanden 15 16 Stärke der Korps in Bataillonen ausgedrückt 30 11 ä 27, 1 ä 28 Anzahl der Infanterietruppendivisionskommanden 30 32 Stärke der Infanterietruppendivisionen in Bataillonen 15 7 11 á 15, 13 á 14 ä 13, Iá 12 Anzahl der Inf.- und Jägerbataillone 450 450 Gliederung der Infanterie und Jäger 66 Doppelreg. 66 132 Infanterieregimenter lone, 1 Infanterieregiment ä (Dalmatien), 50 Feld n o Doppelreg. ä 3 Batail4 Bataillone jägerbataillo24) Die Variante hielt die in den Projekten A und B befürworteten Doppelregimenter fest und proponierte per Armeekorps die Bildung eines überzähligen Regiments, das sieh aus dem ganzen Korpsbereich zu ergänzen hätte. Hie- mit wären 12 Regimenter für exterritoriale Aufgaben gewonnen worden, welche, aus den Präsenzständen der anderen 120 Regimenter ohne Alterierung der Grundbuchstände verstärkt, im Bedarfsfall selbst bei Herabsetzung der letzteren auf 50 Mann per Kompanie auf den Kriegsstand gebracht werden könnten. Dieser gäbe ein komplettes exterritoriales Korps von 2 Divisionen ä 15 Bataillone für das Okkupationsgebiet und außerdem 6 Kriegsbataillone für die Bocche und Südtirol. 25) Das Projekt C bildet Infanterieregimenter zu 4 Bataillonen, von denen ein Bataillon abdetachiert und auf Kosten der übrigen Bataillone auf den erhöhten Stand gebracht werden kann oder aber im Ergänzungsbezirk zurückzubleiben hat, wenn die Verhältnisse die Wegverlegung des Regiments mit 3 Bataillonen in eine auswärtige Station bedingen.