Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 26. (1973)

MIKOLETZKY, Lorenz: Vom Kaiserspital zum Klein-Mariazellerhof. 125 Jahre Hofkammerarchivgebäude

Hofkammerarchivgebäude 435 der Zwischenzeit vorgekommenen ämtlichen Akten-Aushebungen sich nicht weniger thätig bezeigt. Rechnet man noch dazu die Beirrungen, denen das Personal durch die Ungeduld derjenigen ausgesetzt war, die das noch nicht verlaßene alte Lokale schon zu neuen Zwecken benützen wollten, daß, währ- rend man noch die Akten abräumte, die kaum leer gewordenen Fächerstellen schon von Tischlern zu anderweitigen Bestimmungen abgerißen wurden, den Staub, die Zugluft, — so darf man sich wohl der Hoffnung hingeben, daß das Archivs-Personal sich die Zufriedenheit und Anerkennung von Seite der Vor­gesetzten hohen Behörde würdig gemacht habe, ja man kann den Wunsch nicht unterdrücken, ihnen für so viel aufopfernde Mühewaltung jene mäßigen Geld­belohnungen zugewendet zu wißen, die in ähnlichen außergewöhnlichen Fällen von der hohen Finanzverwaltung noch nie verweigert worden sind. Wien ..20). Belohnung und Belobigung blieben nicht aus 20 21). So steht das Hofkammerarchiv-Gebäude heute, 125 Jahre nach seiner Vollendung, unverändert an der alten Stelle (Johannesgasse 6, früher Stadt 984) und bewahrt in seinen Mauern das „Archiv der österreichi­schen Wirtschaft“. * * * BEILAGE Bericht des Vorstehers der Dikasterial-Gebäude-Direktion ad N. 917/P. P. 1842 mit dem Projekte zur Dislozierung des Hofkammer-Archivs aus dem Hof- spitalsgebäude am Ballplatz in einen Neubau des Mariazellerhofes in der Jo­hannesgasse. Erledigt mit Z. 3089/P. P. 1842. Wien, 7ten Julius 1842 *). Euer Exzellenz! Geruhten dem ehrerbiethigst Gefertigten mit dem hohen Präsidialdekrete vom 17./20. März d. Js. Z. 917/P. P. aufzutragen, durch den Adjunkten v. Waldheim in Erwägung ziehen zu lassen, und baldigst unter Bei­bringung eines Brouillons zu berichten: ob nicht durch einen Neubau des, an die Johannesgasse stoßenden Theiles des Mariazellerhofes in 3 oder 4 gewölbten Stockwerken unter Zuhülfnahme des daranstoßenden Hofflügels des St. Anna- gebäudes, in welchem dermahl zwei wenig benützte Magaziene des Normal- schulbücher-Verschleißes befindlich sind, ein solches Gebäude gewonnen werden könnte, welches zur Aufnahme der Hofkammer-Archivs-Akten allen dermahli- gen und künftigen Bestandes zureichend wäre. Die Ausarbeitung ist mit den nöthigen Ausweisen über die Art der Unterbringung der Akten in dem Neu­gebäude und den Ausmaßen des Flächeninhaltes zu belegen. Ich habe diesen hohen Auftrag dem Adjunkten v. Waldheim mitgetheilt, und derselbe hat hierüber zwei Projekte mit folgenden Bemerkungen ausgearbeitet. 20) HKA Archivverhandlungen 1848 fol. 378 ff (Konzept); HKA Grillparzer- Akten Nr. 158 fol. 1 ff (Reinschrift). Gedruckt bei G(erson) Wolf Grillparzer als Archiv director (Wien 1874) 46 ff; Carl Glossy Grillparzers Beamtenlaufbahn in Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft 2 (1892) 233 ff. und August Sauer (Hg.) Grillparzers Werke 3. Abteilung, 6 (Rudolf Payer von Thurn Aktenstücke 1813—1856, Wien 1915) 269 f. 21) HKA Grillparzer-Akten Nr. 158 fol. 2 f. i) Finanzarchiv Wien, Präsidium 4375/1842 fol. 2 ff. — Ferner liegen diesem Akt noch Listen mit den genauen Maßangaben bei. Die im Text erwähnten Pläne sind nicht mehr auffindbar. Bei den angegebenen Maßen handelt es sich um Quadrat- und Kubikeinheiten, die hier in Grade, Minuten und Sekunden geteilt sind. 28*

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