Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 26. (1973)

WACHA, Georg: Die Korrespondenz des Kremsmünsterer Abtes Alexander a Lacu mit den bayerischen Herzogen

Alexander a Lacu 199 reich nicht unwichtige Persönlichkeit des Kremsmünsterer Abtes Alexan­der a Lacu konnte — außerhalb ihres Wirkens für die Baugeschichte des Stiftes und für die Rekatholisierung der Pfarren — schärfer erfaßt wer­den. VIII DIE BRIEFE Aufbewahrungsort: Bayerisches Hauptstaats archív München, Abt. Ge­heimes Hausarchiv, Korrespondenzen 634 1/3 *). Die im Original vorliegenden Briefe des Abtes Alexander a Lacu wa­ren mit roten Lacksiegeln verschlossen. Bei der folgenden Textwiedergabe wurden Adressen, Titulaturen, Grußfloskeln und Devotionsformeln weg­gelassen. Die jeweils am Schluß wörtlich wiedergegebenen Vermerke auf den Schreiben sind zugleich als Kurzregesten anzusehen. Folgende Abkürzungen sind nicht aufgelöst worden: Bäpstl. H. bzw. Bepst. Ht. u. ä. = päpstliche Heiligkeit; e. f. D. bzw. e. für Dur., f. D. u. ä. = fürstliche Durchlaucht; G. bzw. g., gst u. ä. = Gnaden, Gunst, gnädig, gnädigst; khay. Mt. = kaiserliche Majestät (Rudolf II.); khunigl. Mt. = königliche Majestät (Matthias); Ld. bzw. Lbd. u. ä. = Liebden. (1) 1603 April 10, Linz Abt Alexander a Lacu an Herzog Maximilian von Bayern Eur f. D. sein mein Gebeth und gehorsambiste Dienst in aller Underthanig- kheit zuvor und weiß mich gehorsambist gar woll zu erindern, was massen eur f. D. ich noch im verschinen Summer underthanigist ein guetes Piersst Rohr von dem pessten Puchsenmacher, so der zeitt in Ossterreich ist, Daniel Puebn genandt, machen zu lassen, alls habe ich nitt underlassen, zu diesem Ende das Eisen zum zehenden Mall durch das Feur reinigen und ziehen lassen und hette solches Rohr nitt allein gern alls baldt uberschickht, sondern auch schifften lassen, so hatt mich aber gedachter Püchsenmacher bis auff diese Stundt auffge- haltten. Damitt aber ich einsmalls eur f. D. mein Wortt haltten thue, habe ich nitt underlassen sollen, dasselbige hiemitt zu ubersenden, underthänigist bit- tendt, nit allein des langen Verzugs kein ungenedigistes Misfallen zu schepfen, sondern vili mehr den gehorsambisten Willen für die Werck genedigist anzu- nemben. So ist mir auch dieses schwarze Roß lengst aus Polln für einen Wettlauffer zuegeschickt worden, weillen ich aber immerzue verhofft, eur f. D. noch mitt einem anderen gueten Leibkhlepper zu versehen, alls ist mir dieses Praun, um welchen ich lang gestanden, von einem gueten Freundt zuekomben, welches eur f. D. ich gehorsambist ubersenden thue, underthanigist bittende, darmit fur- lieb zu nemben, mein genedigister Herr zu sein, mitt mir genedigist zu schaffen und zu gebietten. !) Die Benützung des Archivbestandes erfolgte mit Bewilligung Seiner Königlichen Hoheit Herzog Albrechts von Bayern, erteilt mit Schreiben des Vorstandes des Geheimen Hausarchivs Oberregierungsarchivrat Univ.-Prof. Dr. Hans Rail vom 7. Juli 1969 (Nr. 383).

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