Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 25. (1972) - Festschrift für Hanns Leo Mikoletzky
WAGNER, Walter: Archiv und Registratur der Akademie der bildenden Künste in Wien
40 Walter Wagner Inventarium der Academie-Einrichtung, die beym Ausziehen aus dem Stallgebäude von mir übergeben worden: item eines, was weiters nachgeschaft worden. Urkunden und Stimmen von den Director- und Professor-Wahlen. 22 französische Abhandlungen von der Kunst, von Vanschüppen angegeben, und von Widmaisser übersezt, und öffentlich vorgetragen. Lobreden von Widmaisser von Weitenau. Mehrere Exemplaria von meinen öffentlichen Reden bey 13 Prämien-Aus- teilungen, wovon 9 gedruckt, und 4 geschrieben sind. Beschreibung der militärischen Freycompagnie, samt dem Fahn, und anderer Zugehörung. 7 Lackirte Kästel mit Futeral, die Stimmen bey der Judicatur über die Certanten-Stücke zu samlen. 6 feine Carlsbaader zinnene und 2 metallene gut versilberte Leichter mit 2 Armen, samt 2 Paar Lichtpuzer, und Pläteln, wie auch Löschhüteln. Verschiedene aufgegebene Themata zur Composition. Abgeschlagene Verkündungen in der Academie. Ein halber Jahrgang eines hiesigen Wochenblats, wo die Arbeiten 17 Mitgliedern der Academie Beschrieben sind, gebunden. Processe in causa Grof, Rosenstingel, Fritsch, Domanöck, Frau Vanschüppen. Vier Kupfer aus der heil. Schrift von Weiland H. Prälaten von heil. Creutz Robert, als guten Zeichner, und besonderen Gönner der Academie. Drey Grundrisse, und Durchschnitte von Academie Stücken. Gedruckte französische Beschreibung von 2 anatomischen Tafeln von Martinez samt seinem Leben, von mir übersezt. Fünf Grundrisse von 3 bewohnten, und 2 vorgeschlagenen Quartieren für die Academie. Französische Beschreibung alles dessen, was bey der Judicatur über die Certanten-Stücke, und bey der Praemien Austheilung zu geschehen pflegt: samt etlichen grossen Alphabeten Buchstaben die auf die Stücke zu haften sind. Ein Futeral für die Prämien Medaillen, und ein Einband die Oration des Secretarii darein zu legen. Ein roth lackirter Schreibzeug. Verschiedene Bezahlte Quittungen. 5 grosse Schraubhägen, den Baldachin aufzumachen. Beschreibung der Ausgaben, und Unkosten der Academie.“ So ausführlich dieses Inventar auch ist, so zeigt es doch andererseits noch einen recht primitiven Zustand der Registratur und eine eher eigenwillige Ordnung des Archivs, allerdings auch ein starkes historisches Interesse, das über den Bedarf an Vorakten hinausgeht. Die auf einem Teil der genannten Archivalien vorhandenen Nummern und Jahreszahlen wurden wohl erst im 19. Jahrhundert nachträglich angebracht. Auffällig ist ferner, daß damals und auch noch bis zur Ernennung Metternichs zum Protektor im Jahre 1810 die Registratur des Protektors und diejenige der Akademie größtenteils gemeinsam verwahrt wurden. So wandte sich etwa am 29. August 1796 der neue Protektor Graf Cobenzl an das „Directorium“ um Akten betreffend die Vereinigung der Akademien, da die ihm von seinem Vorgänger Kaunitz zugekommenen so unvollständig seien, „das Ich ander orthen das nöthige Licht hierüber suchen