Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 21. (1968)
SPRUNCK, Alphonse: Verteidiger der Interessen Österreichs in den südlichen Niederlanden während des Spanischen Erbfolgekrieges 1709–1714
82 Alphonse Sprunck Unterzeichnung eines ungünstigen Friedensvertrages aus21). Vom Rhein hatte Hortiz vernommen, die Franzosen müßten die Belagerung von Freiburg aufgeben, wenn der Kommandant sie noch weitere zwanzig Tage verteidigen könne22). In der Umgebung von Barcelona hatten fast alle spanischen und französischen Truppen die Winterquartiere bezogen. Nach der Übergabe von Freiburg am 17. November drohten die Franzosen, große Anstrengungen zu machen, um eine Entscheidung herbeizuführen, aber spanische Offiziere, die vom Rhein über Brüssel nach Katalonien reisten, hatten Hortiz erklärt, ihre Armee sei nicht mehr dazu fähig. Vorläufig glaubte er, an eine Belagerung von Barcelona sei noch nicht zu denken, da diese Festung große Mengen von Artillerie, Munition und Lebensmitteln erhalten hatte. Am 27. November bat Hortiz Kurz, dem Fürsten Esquilache bestimmte Anweisungen zu geben, falls er sich im Kommando der Festung Antwerpen behaupten wolle; die Konferenz der Seemächte würde sicher von ihm die Ausführung von Befehlen verlangen, die den Interessen des Kaisers zuwider wären. Hortiz hatte den Kaiser um eine Stellung in den österreichischen Niederlanden gebeten, da er viele Schwierigkeiten mit seinen Gläubigern hatte. Auf die absagende Antwort erklärte er Kurz am 2. Dezember, die Weigerung des Kaisers, diese Provinzen unter entehrenden Bedingungen anzunehmen, dürfe ihn keineswegs hindern, Stellen zu verleihen, was er übrigens schon getan hatte. Einen Vorschlag der Generalstaaten für die Besetzung des bischöflichen Stuhles von Ypern hatte der Papst nicht angenommen. Anscheinend hatten sich der Staatsrat und der Finanzrat mit den Generalstaaten wegen der Steuern geeinigt, die in einigen der eroberten Städte erhoben wurden 23). Frankreich hatte diesen ein Drittel dieser Einkünfte zugestanden, um damit die Truppen in den Barriereplätzen zu unterhalten. Der Rest sowie die Ernennung der Einnehmer dieser Taxen sollten dem Kaiser zustehen. Die Holländer glaubten zwar, sie hätten diesem damit einen wertvollen Dienst erwiesen, aber Hortiz sah nicht gerne eine solche Einmischung, die ohne Wissen und Willen des Monarchen geschehen war. 21) „Yo en mi particular devo desear la conclusion de la paz tanto y más que otro alguno, porque en el interin que no se haga continuarán mis necesida- des y miserias, no hallandose Su Majestad en estado de remediarlas en tanto que dure la guerra, pero con todo esto no puedo acomodarme al dictamen de terminarla aora, por parezerme que es aplicar remedio más peligroso que el mismo mal que padecemos.“ 22) Redlich, S. 134. 23) Pirenne, S. 71 und 76.