Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 21. (1968)

SPRUNCK, Alphonse: Verteidiger der Interessen Österreichs in den südlichen Niederlanden während des Spanischen Erbfolgekrieges 1709–1714

Verteidiger der Interessen Österreichs in den südlichen Niederlanden 71 Preis durchsetzen wollten. Die Verzögerung von Maßnahmen gegen den abtrünnigen Bundesgenossen hatte Österreich schon großen Schaden zu­gefügt. Hortiz rechnete mit einer baldigen Entscheidungsschlacht. Fünftes Kapitel Die Folgen der Schlacht bei Denain. Die Abreise der Kaiserin von Bar­celona. Die Unterzeichnung des Friedens von Utrecht durch die Verbün­deten Österreichs. Innere und äußere Schwierigkeiten der Signatarmächte. Der Widerstand der Katalonier. Die Lage in den katholischen Niederlan­den. Am 24. Juli 1712 errangen die französischen Truppen bei Denain einen entscheidenden Sieg über den Holländer Albemarle. Hortiz schrieb am 22. August vom Haag aus an Kurz, er habe längere Zeit an einem schweren Fieber gelitten, hoffe aber, sich in den nächsten Tagen von dort nach Utrecht zu begeben. Die Lage in den katholischen Niederlanden sah er für Österreich als sehr ernst an, zumal die Generalstaaten dem Prinzen Eugen verboten, das vom Feind eingeschlossene Douai zu ent­setzen. Sie gebrauchten den Vorwand, er dürfe keine Schlacht wagen, da die Möglichkeit bestünde, diese Stadt durch einen Waffenstillstand zu retten, wie ihn die Franzosen vorschlugen. Der Prinz hätte dort mit Leichtigkeit einen Erfolg erringen können, aber die Generalstaaten waren dem schimpflichen Frieden geneigt, den die Londoner Regierung schließen wollte 1). Aus Frankreich wurde gemeldet, der Thronprätendent aus dem Hause Stuart sei gestorben; falls diese Nachricht richtig war, konnte Hortiz daraus vielleicht einige Hoffnung auf Trost schöpfen. In einer Nachschrift erklärte er, er befürchte den Fall von Douai, da die Franzosen ohne Übergabe dieser Stadt keinen Waffenstillstand schließen wollten. Am 30. August schrieb Hortiz von Utrecht aus an Kurz, am 1. Sep­tember würde, wie versichert wurde, im Beisein der französischen Mi­nister eine Hauptsitzung des Kongresses stattfinden. Die Franzosen, Eng­länder und Holländer wußten nunmehr genau, daß der Kaiser, trotz seiner schwierigen Lage, nicht gewillt war, sich sein gutes Recht auf die gesamte spanische Monarchie durch ihre Verhandlungen entreißen zu lassen. Wiederum hoffte Hortiz, glückliche Erfolge der österreichischen Waffen könnten eine andere Wendung der ganzen Lage bringen, zumal Douai tapfer verteidigt wurde. Am 9. September schrieb Hortiz von Utrecht aus an Kurz, zwar kämen die Bevollmächtigten der Verbündeten täglich zu­i) „Estos Senores inclinan a concluir la ignominiosa paz que Ingleses y Franceses proponen, ni aun la evidencia de su total ruyna les ha?e fuerza, por- que la corruption los tiene ciegos.“

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