Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 20. (1967)
BLAAS, Richard: Die Archive im Bereich des Kulturgüterschutzes
568 Literaturberichte bautechnische Probleme zu bewältigen waren, liegt auf der Hand. — E. Crusius beschreibt den „Um- und Erweiterungsbau des niedersächsischen Staatsarchives in Oldenburg“ (S. 183—189). An den bestehenden Baukomplex wurde ein elfgeschossiger Magazinbau angefügt. Auch dieser Band enthält die umfangreichen ständigen Rubriken „Besprechungen“ (S. 190—241), zu denen auch die Ausführungen von W. L e e s c h über das Werk E. Posners „American State Archives“ zu zählen sind (S. 169—176), „Zeitschriftenbericht“ (S. 242—274) und „Neuerscheinungen“ (zusammengestellt von E. Kunért, S. 275—289). 63. Band. Rechtsgeschichte: Daß die vielfältigen Bindungen, die zwischen den Handelsmetropolen Venedig und Nürnberg bestanden, auch in den jeweiligen Apotheker Ordnungen einen deutlichen Niederschlag gefunden haben, ist das Ergebnis der Forschungen von R. Schmitz und K. Bartels, das sie in dem Beitrag „Venezianische Elemente in der deutschen, besonders nürnbergischen Apotheken- und Medizinalgesetzgebung“ (S. 11—45) vor legen. Für die venezianische Gesetzgebung auf diesem Gebiet werden byzantinische Vorbilder wahrscheinlich gemacht, ein Zusammenhang mit der Gesetzgebung Friedrichs II. für Sizilien wird abgelehnt. Die Nürnberger Vorschriften verbreiteten sich wieder über viele, vor allem süddeutsche Städte. — Archivgeschichte: Den umfangreichsten Beitrag dieses Bandes bildet ein Bericht über die Ergebnisse der internationalen Tagung der Archivare der Schweiz, Südwestdeutschlands und des Elsasses, welche in Basel vom 20. bis 22. Mai 1966 abgehalten wurde. Das Thema „Das bischöfliche Archivwesen am Oberrhein“, namentlich der Bistümer Chur, Konstanz, Basel und Straßburg, deren Inhabern der reichsfürstliche Rang zukam, wird von verschiedenen Autoren in zwei einleitenden und fünf speziellen Abhandlungen dargelegt. Die Einleitung von A. Bruckner (S. 46—49) ist den Grundlinien der Entwicklung der genannten bischöflichen Archive von den Anfängen bis zum Beginn der Neuzeit gewidmet, für die nur dürftige Nachrichten vorliegen. W. Müller schildert unter dem Titel „Frühe Entwicklungsphasen der oberrheinischen Bistümer“ (S. 50—57) die Entstehung und innere Struktur der Bistümer. Konstanz, das eine enorme räumliche Ausdehnung erreichte, wurde am Ende des 6. Jahrhunderts begründet, die drei anderen Bistümer reichen in die Antike zurück. Es folgen die Spezialabhandlungen „Über das bischöfliche Archiv in Chur“ von O. V a s e 11 a (S. 58—70), „Das Archivwesen der Bischöfe von Konstanz“ von B. O 11 n a d (S. 71— 83), „Die wissenschaftliche Bedeutung der Konstanzer Archive“ von R. R e i n h a r d t (S. 84—102), „Das bischöfliche Archiv von Basel“ von A. B r u c k n e r (S. 103—117), „Les archives de l’ancien Evéché de Strasbourg“ von A. M. Burg (S. 118—143). Hier werden die Entwicklung des Ordnungszustandes, die Bestandgruppen im Zusammenhang mit der Verwaltungsorganisation und die Schicksale der Archive nach der Aufhebung des reichsfürstlichen Status der Besitzer eingehend geschildert und abschließend die jeweiligen jetzigen Verwahrungsorte der Archivalien angegeben. — Archivbestände: Über „Napoleonautographen in Österreich“ berichtet W. G o 1 d i n g e r (S. 144—154). Er stellt fest, daß sich derzeit