Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)
PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780
Kunstregesten a. d. Hofparteienprotokollen d. Oberhofmeisteramtes 1636-1780 495 Prager und Linzer Reise des Hofes tätig. — Die Stelle erhielt Andreas Brunelli, genannt Riceino. f. 50 v — 52 r. b) um die Stelle des Stickers: Paul Dieter, hat seit 5 Jahren Theatralarbeiten verrichtet und bittet nach dem Tode des Baptist Albertini um ein kaiserl. Hoftheatral-Sticker- Dekret. Der Musikdirektor Graf von Lamberg meint, daß D., der seine Arbeiten immer pünktlich und im Preis „discret“ gemacht habe und die vorgelegten „desseins virtuos“ wären, eines Dekretes, wie es Albertini erhielt, würdig wäre. Auch das Obersthofmeisteramt habe keine Bedenken gegen die belobten Qualitäten D. Res.: „Placet Carl.“ f. 53 v 54 r. 438 1735 August 18, Wien. Ehrendekret für Paul Dieter als unbesoldeter kaiserl. Hof-Theatralsticker. f. 70 r — 71 v. 439 1735 November 12, Wien. Johann Carl Newen, Titular-Hofpoet, hat am 7. Mai 1735 um die wirkl. Hofpoetenstelle angesucht und u. a. angegeben, daß er auf Befehl des Kaisers nach dem Tode des kaiserl. Antiquars Haereus dessen Amt versehen habe und u. a. die Siegesgebäude in der St. Stephanskirche (in Wien) geführt, die Emblemata und Inskriptiones in der Hofkirche bei den Castris doloris formiert habe. Der Obersthofmeister meint hiezu, daß, wenn N., wenn er kein Hofquartier bekäme und mit der bisherigen Jahresbesoldung von 400 Gulden zufrieden wäre und sich durch Revers verpflichte, keine weitere Besoldung zu beanspruchen, dagegen nichts einzuwenden wäre. Res.: „placet, Carl.“ f. 78 r — 80 r. 440 1735 Dezember 5, Wien. Ehrendekret für Carl Newen als wirkl. kaiserl. Titular-Hofpoet. f. 84 v — 85 v. 441 1735 Jänner H, Wien. Bewerber für die Aufnahme in den Hofstaat der Erzherzogin Maria Theresia: um die Kammerdienerstelle: Anton Corradini, kaiserl. Hofbildhauer, für seinen Sohn Hieronymus. f. 108 v. 442 1736 März 3, Wien. Desideria Beduzzi, Witwe nach dem jüngst verstorbenen kaiserl. Theatral- ingenieur Antonio Beduzzi, der unter Kaiser Joseph I. eine jährl. Besoldung von 2500 Gulden hatte, aber nach dessen Tode ohne Pension entlassen wurde, bittet am 3. November 1735, da mittellos und mit einigen erwachsenen Kindern auf Grund der langjährigen gut geleisteten Dienste ihres Gatten und ihres verstorbenen Vaters, des kaiserl. Hofkapellmeisters Ziani, um eine Gnadenpension. Der Cavaglier Direttore della Musica, Graf vom Lamberg, und die Concertations-Commission befürworten dieses Ansuchen und schlagen für B. vor, seit dem Tode ihres Gatten eine Gnadenpension von jährl. 150 Gulden bis zur Veränderung ihres Witwenstandes zu gewähren. f. 148 r — 149 v. 443 1736 März 17, Wien. Desideria Beduzzi, kaiserl. Theatralingenieurs-Witwe, erhält seit dem Tode ihres Mannes eine Gnadenpension von jährlich 150 Gulden bis zur Veränderung ihres Witwenstandes, worüber der Hofkontrollor die Anweisung auszufertigen hat. f. 180 v — 181 r.