Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

476 Walter Pillich im Zeichnen und selbständigen Entwerfen üben, gleichzeitig aber das Tanzen nicht unterlassen. Darauf empfiehlt das Obersthofmeisteramt, vor­läufig von einer Titelverleihung abzusehen und bis Bertoli nicht mehr arbei­ten könne, erneut darauf zurückzukommen. Res.: Placet, f.322 v — 324 v. 331 1721t August 7, Wien. Bewerber um den Posten des kaiserl. ersten Tapezierers nach dem am 17. Juli 1724 verstorbenen Johann Pürckner: Martin Weiskampf, kaiserl. zweiter, nun erster Tapezierer, diente 17 Jahre, teils noch in Spanien, bittet um den Titel eines kaiserlichen Obertapezierers. Matthias Stieler, kaiserl. erster Untertapezierer, seit 1703 teils in Spanien und hier dienend, bittet nach 21 Jahren treuer Dienste um die mit 50 Gul­den Besoldungsverbesserung verbundene kaiserl. Tapeziererstelle. Johann Christoph Partmann, kaiserl. Titular-Untertapezierer ohne Besol­dung, bittet nach 19jährigen Hofdiensten um Besoldung und Kostgeld. St. genießt 50 Gulden Besoldungsverbesserung und täglich 15 Kreuzer Kostgeld. Kaspar Neracher, seit 1704 bei der „Garderoba“ in Diensten und nach der Belagerung Barcelonas als Tapezierergehilfe aufgenommen, bittet um die kaiserl. Tapeziererstelle. Johann Peter Tratter hat seit 6. Oktober 1721 eine Exspektanz auf die erste Tapezierergehilfenstelle und bittet in Rücksicht auf die hier und auf Reisen geleisteten Dienste um Aufnahme. Der Obersthofmeister schlägt für Weiskampf den erbetenen Titel eines kaiserl. Obertapezierers, jedoch ohne Besoldungserhöhung vor. (Hat 200 Gulden Besoldung, täglich 1 Gulden Kostgeld und freies Hofquartier.) Stieler sei abzuweisen, da er seit 1. Jän­ner 1721 vom Gehilfen zum ersten Untertapezierer vorrückte. (Hat 150 Gul­den Besoldung, täglich 1 Gulden Kostgeld und freies Hof quartier.) Für Partmann wird eine Besoldungserhöhung von 50 Gulden und täglich 15 Kreuzer Kostgelderhöhung beantragt. Neracher wäre abzuweisen und Tratter wäre auf seine Exspektanz zu verweisen, jedoch wenigstens mit täglich einem halben Gulden Kostgeld zu begnadigen. Res.: „Placet, in toto, und den dritten (Partmann) wie eingerathen beßer zu halten“. f. 374 v — 379 v. 332 172Jf August 8, Wien. Alexander Phillebois, Hoftänzer, wird mit dem für seinen Sohn Carl vor­gebrachten Gesuch um den Titel eines kaiserl. Hof-Sotto-Dissegnatore ab­gewiesen. f. 380 v — 381 r. 333 1721t August 21, Wien. Bescheid an Martin Weiskampff, kaiserl. Hoftapezierer, daß er mit 17. Juli 1724 zum kaiserl. Titular-Obertapezierer, jedoch ohne Besoldungserhöhung, die auch in Zukunft nicht begehrt werden darf, ernannt wird. f. 387 r v. 334 172U August 21, Wien. Bescheid an Matthias Stiller, daß sein Gesuch um die Stelle eines wirkl. Tapezierers abgewiesen wurde. f. 387 v, 388 r. 335 1721t August 21, Wien. Johann Christoph Partmann, kaiserl. Titular-Tapezierer (bisher mit jährl. 100 Gulden Besoldung und täglich 45 Kreuzer Kostgeld), erhält die Besol­dung wie der kaiserl. erste Untertapezierer, worüber der Hofkontrollor eine Besoldungszulage von jährl. 50 Gulden und täglich 15 Kreuzer Kost­gelderhöhung zu verordnen habe. f. 388 r v.

Next

/
Thumbnails
Contents