Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 16. (1963)
BENNA, Anna Hedwig: Eine Wiener Ratsliste und das Wiener Stadtrecht von 1340
16 Anna Hedwig Benna daß neben Ratsweistümern °°), denen durch die Eintragung ins Stadtbuch Rechtsverbindlichkeit zukam* 97), herzoglichen98) und Ratssatzungen99) auch die geltenden und älteren Stadtrechte sowie sonstige, den Wienern von den Landesfürsten verliehene Sonderrechte Eingang fanden100). Eines ist jedenfalls sicher, daß das Eisenbuch, dessen Charakter eines Statutenbuches von der Forschung nicht mehr bezweifelt wird 101), nicht mit dem der Stadt Wien von König Friedrich III. 1320 verliehenen versiegelten „rechtpuch“ ident sein kann102), daß vielmehr bei der in den Fünfzigerjahren erfolgten Anlage des Eisenbuches der dürftige Inhalt des versiegelten Buches kopiert wurde103), und daß vielfach über Auftrag Herzog Albrechts II. Entscheidungen 104) und Satzungen 105 * * *) des Rates in das Stadtphischen Befund vgl. Jbb. d. kunsthist. Slgen d. ah. Kaiserhauses 16 (1895) S. LXIV, Uhlirz, Quellen und Geschichtsschreibung, Gesch. d. DSt. W. II/l (1900) 94 ff., Stowasser, MIÖG. Erg. 10, 38. 90) Dazu gehören vor allem die der Bucheröffnungsnotiz folgenden, im Eisenbuch überlieferten Weistümer über die Burgmaut (Tomaschek I, n. XXVIII), Wagenmaut (Tomaschek I, n. XXIX), Wassermaut (Tomaschek I, n. XXX), inneren Zoll (Tomaschek I, n. XXXI), den Fleisch- und Getreidezoll am Neuen Markt (Tomaschek I, n. XXXII, XXXIII), ferner die Rechte der Hamburger an der Wassermaut in Wien, 1351 Juni 11 (Tomaschek I, n. XLV). 97) Vgl. oben Anm. 91. °8) Satzung über die Vergabung von Erbgütern, 1349 Dezember 26 (Tomaschek I, n. XLII). ") Satzungen des Rates über die Heimsteuer. 1351 März 22 (Tomaschek I, n. XLIII), über die Sonntagsknechte, 1353 April 1 (Tomaschek I, n. XLIX),über den Glasverkauf, 1354 März 27 (Tomaschek I, n. LII), über die Aufnahme von Dienern, 1356 November 18 (Tomaschek I, n. LIV), über den Verkaufsstand der Tuch- und Lederwirker, 1357 April 25 (Tomaschek I, n. LV), über den Wachsverkauf am Hohen Markt, 1360 August 27 (Tomaschek I, n. LXIII). Vgl. die Inhaltsübersicht über das Eisenbuch bei Stowasser, MIÖG. Erg. 10, 35—37. 100) Vgl. Inhaltsverzeichnis bei Tomaschek I, S. LXXXI ff. 101) Demelius, Jb. V. G. St. W. 14, 50 gegen Stowasser, MIÖG. Erg. 10, 23, Wretschko, ZRG. GA. 37 (1916) 672. 102) Daß dies paläographisch nicht möglich sein kann, wurde schon von Stowasser, MIÖG. Erg. 10, 41, festgestellt. 103) Wie Stowasser, MIÖG. Erg. 10, 38 nachwies, stammen die Einträge auf fol. 1—6, 7, 19, 20 von einer Hand, die sonst 1349—51 nachweisbar ist. i°i) Eisenbuch, fol. 19rv. Ratsurkunde, 1350 Februar 11 (Druck: Stowasser, MIÖG. Erg. 10, n. 1. S. 45). Vermerk des Rubrikators: Ditz recht hies der herczoge schreiben in der stat puch ze Wienn, also daz ez furbaz ewichlich umb sulch Sache pei den rechten peleiben scholt. Eine weitere Entscheidung des Rates, 1356 August 2 (Druck: Stowasser, MIÖG. Erg. 10, n. 1, S. 46) enthält wohl eine Siegelankündigung, aber keinen Vermerk über eine Eintragung in das Eisenbuch. los) Vgl. oben Anm. 99, Satzung des Rates über die Heimsteuer. 1351 März 22 (Stowasser, MIÖG. Erg. 10, n. IV, S. 47. Vermerk des Rubrikators: Ditz recht hat auch die morgengab und ist in ditz puch geschriben, darumb daz es in der stat hantvesten nicht gescriben stet). Satzung über die Sonntagsknechte (Tomaschek I, n. XLIX ... und durch ewiger vestigung des satzes so