Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 14. (1961) - Festschrift für Gebhard Rath zum 60. Geburtstag

NECK, Rudolf: Ein eigenhändiges Testament Ulrichs von Eizing (1441)

Ein eigenhändiges Testament Ulrichs von Eizing (1441) 237 großen Gönner und Förderer, gedient hatte. Wenn das Jahr auch für ihn erfolgreich schloß, so ging er doch einer ungewissen Zukunft entgegen, er stand, mehr als bisher auf sich selbst gestellt, vor neuen Auseinandersetzun­gen und dies mag für ihn mit ein Grund gewesen sein, für alle Möglich­keiten Vorsorge zu treffen. Er tat dies in umfassender Weise, indem er vermutlich im Gegensatz zu seinen früheren testamentarischen Verfügungen diesmal über sein gesamtes Vermögen bestimmte. Vielleicht hat ihn dazu auch die Erkenntnis mitbe­stimmt, daß er wohl nicht mehr mit einem Leibeserben rechnen konnte und die künftige Blüte des Eizinger-Geschlechts auf seinen Brüdern beruhte. So gewährt uns dieses Schriftstück vielleicht manchen tieferen Einblick in das Wesen dieses Mannes und damit auch in die Geschichte Österreichs seiner Zeit. Durch einen glücklichen Zufall ist uns die Urkunde erhalten ge­blieben und die vorliegende Veröffentlichung möge zugleich als Zeichen der engen Verbundenheit zwischen Archiv und Forschung gewertet werden, einer Symbiose gleichsam, die der ununterbrochenen Tradition des Öster­reichischen Staatsarchivs bis zum heutigen Tag entspricht. 1441 nach Dezember 3.) Anhang. Testament Ulrichs von Eizing. (Orig. Perg., beiderseits beschrieben, eigenhändig. Siegel fehlt. Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Archiv Grafenegg). Die Urkunde trägt auf der zweiten Seite oberhalb des Textes folgende Archiv­vermerke: 1088 (19. Jhdt.) No. (18. Jhdt.) 1441 (15./16. Jhdt.) Jahr (18. Jhdt.). Ich Vllreich Eyzinger von Eyzing vergych für mich und all mein erben und tuenn kvnt offenleich mit dem prief, daz ich mit boll bedachtem mvet und mit gesvntem leib zu der zeit da ich daz boll getüenn mocht, ein ornvng und ein gescheit gemacht und getan hab, schaf und tüen auch daz bissen- leich mit kraft dez gegenbvrtigen priefz, den ich mit mein selberz hant ge- schribn hab vnd als ich bill und main, daz daz erst nach meinem tod also gehalten und dapey beleiben sehol. Von erst schaf ich, wan man den saz, so ich hab auf den merkchtna) zu Bülderstorf * l) und Gobelspurkch2 3 *) mit andern zugehorung uon meinen erben losst, so schvln dan dieselben mein eribn zu stunt nach der lossung von demselben gelt berait geben drev tavs- sent pfund gueter Biener pfenyng meiner sbester Marigreten Stefan dez Ludemstarfer wityb8) undb) meiner havsfravn Warbera zu ir paider a) r über der Zeile eingefügt. 1) Wullersdorf, Bez. Hollabrunn, N. Ö. 2) Gobelsburg, Bez. Langenlois, N. Ö. 3) Vgl. Seidl, a. a. 0., S. 9. ,J) im Orig, zweimal.

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