Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)

PILLICH, Walter. Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

Rezensionen 599 diesem stattlichen Band dem um die Landeskunde und Landesgeschichte seines Heimatlandes und hier wieder namentlich seiner Heimatstadt Graz hochverdienten Jubilar ein würdiges wissenschaftliches Denkmal gesetzt. Eine aus der Feder des Gefeierten selbst stammende Lebensgeschichte („Mein Lebensschicksal“, Seite 2—10) und das von G. Pferschy zusam­mengestellte Verzeichnis seiner Veröffentlichungen mit der stattlichen Zahl von 191 Nummern (Seite 377—385) stellen die Persönlichkeit und das Lebenswerk des zu Feiernden dar. Jedoch auch in den Festgaben wird immer wieder auf die Ergebnisse der vielfältigen Arbeiten Popelkas Bezug genommen, was besonders unterstreicht, daß seiner Leistung in dem Bau der steiermärkischen Landeskunde und Landesgeschichte eine tragende Funktion auf Dauer zukommt. — Die 31 Aufsätze des Bandes sind zu­sammengefaßt in den vier Gruppen „Allgemeine Beiträge, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Grazer Stadtgeschichte und Steirische Geschichte“ ; jedoch auch in den beiden ersten Gruppen ist die überwiegende Anzahl der Beiträge Problemen gewidmet, in denen der Steiermark ein dominierender Platz zukommt. Die Vielfalt der historischen und landeskundlichen Diszi­plinen, die in diesem Bande vertreten sind, kommt in dieser Einteilung nicht recht zum Ausdruck; es finden sich kunst-, literatur- und musik­geschichtliche Arbeiten ebenso wie Abhandlungen aus den Gebieten der Diplomatik, Heraldik, Sphragistik, Numismatik, Genealogie, der Patro­zinienkunde und Kirchengeschichte, Kultur- und Geistesgeschichte, wie aus den folgenden kurzen Einzelbesprechungen zu entnehmen sein wird. Zeit­lich spannt sich der Bogen vom Beginn des 11. bis in unser Jahrhundert. L. Santifaller, „Zur älteren Papstdiplomatik“ (Seite 17—20) be­handelt den Amtstitel des Papstes in den Intitulationen der Urkunden­protokolle und gibt ein Verzeichnis der für steirische Empfänger aus­gestellten Papsturkunden, von der ältesten — 1020 für das Kloster Göß — bis zum Jahr 1187 (32 Nummern). W. Brandenstein („Der 25. Jänner als Lostag“, Seite 21 f.) gibt die sprachliche Deutung einer für diesen Tag üblichen Bauernregel. H. Wiesflecker bespricht „Eine Denkschrift der kaiserlichen Kanzlei über die Politik und Kriegsführung der Heiligen Liga von Cambrai von 1508—1512“ (Seite 23—42) auf Grund des Originals im Innsbrucker Landesregierungsarchiv, die er als Grundlage für Verhand­lungen mit Frankreich im Jahre 1515 ausweist. E. Coudenhove eröffnet die Reihe der kunstgeschichtlichen Auf­sätze mit einer vergleichenden Studie zwischen je einem Gruppenbild von El Greco und F. Hals, an Hand derer er die wesentliche Verschiedenheit des spanischen und niederländischen Volkscharakters zur Zeit des nieder­ländischen Unabhängigkeitskrieges dokumentiert („Der .Enterramiento des Grafen Orgaz“ in Toledo und das .Festmahl der Offiziere von den St. Jorisdoelen“ in Haarlem“, Seite 43—49). R. Kohlbach berichtet über Pläne der Jesuitenkollegien Leoben und Judenburg in der nach der Ordens­aufhebung 1773 nach Paris gebrachten, heute im Original in der dortigen Nationalbibliothek, in Fotokopien im Zentralarchiv der Gesellschaft Jesu in Rom erliegenden Sammlung und gibt eine Übersicht über den Gesamt­bestand („Steirisches in der Pariser Baupläne-Sammlung der Jesuiten, Seite 51—61). E. Andorf er publiziert und kommentiert eine topo­

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