Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)

PILLICH, Walter. Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1637–1780

Rezensionen 573 Mittelalter nicht zu vernachlässigen und die neuere Zeit nicht allzusehr anschwellen zu lassen“. Um dieser zum Auswahlprinzip erhobenen Justitia distributiva gerecht zu werden, wurde dem Mittelalter und der frühen Neuzeit ebenso viel Raum zugebilligt wie der neuesten Zeit und der Gegen­wartsepoche, dadurch ergibt sich natürlicherweise eine gewisse Bedeutungs­verzerrung, da uns die letzten Epochen wegen ihrer relativ größeren Nähe viel detaillierter erscheinen. Wenn die Partien über die letzten behandelten Epochen nicht so umfassend dargestellt sind, so darf man nicht vergessen, daß hier das für ein Handbuch gültige Selektionsprinzip sich noch viel mehr auf reine Tatsachenmitteilungen beschränken mußte, weil die Fluk­tuation der Forschung hier noch lange nicht zu einem gewissen Stillstand gekommen ist. Der inhaltliche Aufbau des Handbuches ist streng schematisch und er folgt im wesentlichen der gebräuchlichen Periodisierung der österreichi­schen Geschichte. Der von der Frühzeit der Kirche in Österreich bis in die Gegenwart reichende Stoffkreis ist in zwölf im Umfang von einander nicht sehr wesentlich abweichende Kapiteln eingeteilt, die ihrerseits wieder 9mal in 8 und 3mal in 10 Unterabschnitte aufgegliedert sind. Dieses Schema ist offenbar dem schon vorliegenden Werk angepaßt worden. Wie sollte sich auch ohne das zurechtgeschneiderte Korsett eines engen Schemas der überquellende Stoff bändigen lassen? Störend wird diese strenge Schematisierung des Aufbaues eigentlich nur im letzten Kapitel empfunden, in dem auf die Unterabteilung „Aufbau im Widerstand“ (1938—1945) die beiden Abschnitte 7 und 8, kirchliche Wissenschaft und kirchliche Kunst und Kirchenmusik folgen, die sich aus diesem schematischen Rahmen gleichsam selbst heraussprengen und die doch wohl ein eigenes Kapitel und sei es ein XIII. — in einer Kirchengeschichte doch ohne abergläubische Scheu vertretbar — verdient hätten und dann aber auch etwas großzügiger und breiter gestaltet werden sollten. Daß der wissenschaftliche Anmerkungsapparat nicht in der Form von Fußnoten untergebracht werden konnte, ist einleuchtend und bei einem Handbuch auch nicht üblich. Die der Darstellung angefügten Sach- und Literatu rangaben ersetzen den Apparat vollständig und sind einer der großen Vorzüge dieses Wegweisers. Die hier in vorbildlicher Übersicht­lichkeit und möglichst umfassender Vollständigkeit gebotene Bibliographie zur Kirchengeschichte Österreichs weist wirklich einen Weg zu eingehen­derer Befassung mit dem Gegenstand und ist ein unentbehrlicher Helfer in allen kirchengeschichtlichen Fragen. Ob es nicht zweckmäßiger und prak­tischer wäre, nach dem Vorbild anderer Handbücher, die nach dem Schema des Aufbaues gegliederten und jetzt im Anhang an die Darstellung zusam­mengefaßten Sach- und Literaturangaben jeweils unmittelbar auf das ent­sprechende Kapitel folgen zu lassen, möchte hier nur als Anregung vor­gebracht werden, die bei einer wohl bald zu erwartenden Neuauflage even­tuell in Erwägung gezogen werden könnte. Ein Verzeichnis der Bischöfe der österreichischen Diözesen, eine Liste der päpstlichen Nuntien in Wien und der österreichischen Vertreter im Vatikan sowie ein Personen- und Ortsregister samt Übersichtskarten schließen das Handbuch ab. An ein Handbuch und noch dazu an eines in so gedrängter Form ab-

Next

/
Thumbnails
Contents