Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)
VESELINOVIC, Rajko L.: Die „Albaner“ und „Klimenten“ in den österreichischen Quellen zu Ende des 17. Jahrhunderts. Historisch-geographische und ethnographische Abhandlung
Die „Albaner“ und „Klimenten“ in den österreichischen Quellen 221 dessen großes Verdienst wäre, den Türken jene sechs bis sieben Landkreise abzunehmen, die von Albanern bewohnt sind, außer den Klimenten alle „schismatischen Glaubens“ 70 * * * * 75 *). Torna Raspasanovic, geboren um 1648 (im Bergland um Üsküb oder in der Umgebung von Prizren oder Ipek, was noch nicht eindeutig geklärt wurde), besuchte die Volks- und Missionärsschule vermutlich in Janjevo auf dem Amselfeld. Hernach studierte er im Illyrischen Kolleg (Collegium Illyricae iuventutis in civitate Lauretana) zu Loretto in Italien Theologie, wo er auch das Lateinische und Italienische erlernte. Nach Serbien heimgekehrt, diente er ab 1670 in Trepca, von wo er nach Janjevo versetzt wurde (1672). Von 1679 bis 1689 wird er als Pfarrer von Prizren erwähnt, im Mai 1689 als Vikar des katholischen Erzbischofs von Üsküb70). Aus seinen bisher unveröffentlichten und ungenützten Briefen entnehmen wir, daß er auch das Amt eines Vikars der Diözese Prizren innehatte77). Sein Erzbischof Peter Bogdáni sagt in einem Brief um die Maimitte 1689, er habe ihn vorläufig (ad interim) nach Pilot, dem gleichnamigen Stammesgau in Oberalbanien, versetzt78). Darum gibt Don Toma in einigen seiner Briefe an, er sei nicht bloß Vikar in Prizren gewesen, sondern auch in Pilot. Dort erreichten ihn die Kaiserlichen auf ihrem Durchbruch und dorthin kehrte er nach der Einnahme Prizrens durch die Kaiserlichen wieder zurück. Hier leistete er laut Zeugnis des Generals Veterani dem General Piccolomini gute Dienste78), da durch seine Vermittlung — als Kenner der lateinischen, italienischen, serbischen und albanischen (türkischen?) Sprache — die Unterhandlungen mit jenen 20.000 aufständischen „Ratzen oder Albenser“, bzw. den geistlichen (Patriarch Ar- senije III., Erzbischof Peter Bogdáni) und weltlichen Führern des Landes geführt wurden. Nach Piccolominis Tod, der während dieser Verhand70) Kostic, Prilozi, 19: „Dunque sarebbe seruitio grande del Padre di potere levare al Inimico si grand’aiuto ... Forsi potrebbe seguire tal intento col formare una diploma cesareo, nel quale invocando le sue antiche raggioni ... usw. — Derselbe, O postanku i znacenju, 150. 70) Dr. R. Veselinovic, Toma Raspasanovic, (Raspassani) i njegov rad za austro-turskog rata krajem XVII veka. Zbornik Matice srpske za drustvene nauke 12. Novi Sad 1956, 47, 57, 70 Anmerkung. — Archiv SAN IX/23,__„. 77) Archiv SAN XIV/781_4: Scritt. orig. Rif. nelle cong. gli 4 maggio 22 giugno e 13 luglio 1693. Vol. 515. Cong. 13 luglio 1693. N° 19: „Intendo D. Pietro Caragich fatto Vicario di Pulati, il sugetto e buono, meritevole e zelose, mai poträ dar nell’humore dei Frati perche so molto bene, ch’e sendo io Vicario di Prisreno, e Pulati, quantunque l’habbi usato tutte le cortesie imaginabili, mai l’ho potuto contentare. 78) Veselinovic, Toma Raspasanovic, 47. Arhiv SAN IX/7a4: Scritt. rif. nelle cong. gen. de an. 1690. Vol. 508. N° 8. — Vergleiche: Dr. M. Kostic, O ulozi franjevca T. Raspasanovica u austro-turskom ratu na kosovskom i ugarsko-erdeljakom frontu krajem XVII veka. Istoriski glasnik 3—4. Beograd 1957, 85. 78) Veteranis Feldzüge, 75.