Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 13. (1960)
VESELINOVIC, Rajko L.: Die „Albaner“ und „Klimenten“ in den österreichischen Quellen zu Ende des 17. Jahrhunderts. Historisch-geographische und ethnographische Abhandlung
214 Rajkó L. Veselinovic J. Tomié und „währender der ganzen Zeit des Vordringens der Kaiserlichen vom Amselfelde tiefer in das Türkenreich, fesselten sie an sich die Macht der Türken, aber die Berge (dies ist der gemeinsame Name für die Provinz, in der einige albanische Stämme wohnen: Die Grude, Hoti, Kastrati, Klimenti und Skrelji) und Montenegro hatten ihren Frieden“ 54 *). Es war also die Hoffnung des Generals Piccolomini vergebens, die Gegenden zwischen Növi Pazar und Skutari für die Kaiserlichen zu gewinnen65). Der beste Beweis aber dafür, daß die Gewinnung des römisch-katholischen Stammes der Klimenten weder zur Zeit des Genei*als Piccolomini noch dessen Nachfolgers Veterani gelang, ist die Instruktion des Generalissimus L. W. von Baden an letzteren vom 27. November 1689 (Instruction für General Veterani). Im fünften Punkte dieser Instruktion wird Veterani Torgeschlagen, daß er mit einem günstigen Vertrag diese Klimenten i n Abhängigkeit von Kaiser Leopold I. bringe, was ihm an Ort und Stelle am besten möglich sein werde56). Das heißt: bis 27. November 1689 bestand kein Vertrag mit den echten Klimenten! Daß es hiezu nach Marsiglis Memorial über Albanien kam, beweist, daß ein solcher auch im Frühjahr 1690 nicht existierte; Conte Veterani wird vor Abschluß dieses Vertrages — lesen wir im Memorial vom 1. April 1690 — die Bedingungen und Umstände prüfen und sich danach richten57). Diese Argumente zeigen deutlich, daß sich jener Vertrag des Generals Piccolomini vom 12. Oktober 1689 nicht auf die römisch-katholischen Kli- menten-Albaner bezieht, sondern auf die serbische Bevölkerung in der Gegend von Rozaje und Umgebung. III. Nach allem, was wir bisher über die „Albaner“ und „Klimenten“ geschrieben haben, ergibt sich notwendigerweise die Frage: Woher nahmen 54) J. T o m i c, Crna Gora za morejskog rata, 159—160. — Derselbe, Patrijarh Arsenije III Crnojevic, 124—125, 163. 56) Kriegsarchiv zu Wien: Feldakten 1689, .13.1, Fasz. 167, Bogen 20—20 a: 4to daß Er / RV: Piccolomini j viele gedrückte Kays/erliehe/ Befehl und Salvaguardien in denen Ländern herumgeschickt habe, und daß solche mit aller unterthänigkeit auf genommen worden, gleichwie Er auch der gewissen Hofnung lebte den gantzen Strich Landes von Scutari biß auf Novibasar dahin ziehen dem Kayser zu contribuiren“. 56) Röder, II, Urkunden XX, Schreiben 50, Unterbeilage, 196: „... Dan- nenhero vielmehr mit einem güttlichen Vergleich diese leuth Ihr K. M. devotion zu bringen und darinnen zu erhalten sein werden, welches alles jedoch in loco am besten zu judiciren ist“. — Vergleiche: G e r b a, 162. 57) Haus-, Hof- und Staatsarchiv zu Wien: Illyrico-Serbica, P’asz. 1 (1611- 1738): II Co(nte) Veterani prima di venire a questo contrato esaminerä le cogiunture, e circostanze, e con quelle si dovrä regolare. — Vergleiche: Kos tie, Prilozi, 20. — Derselbe, O postanku i znacenju, 151.