Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)

PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1638–1780

Rezensionen 515 gegebenen Schilderung gewinnt noch ungemein durch die auf drei Tafeln gebrachten Münzbilder, die auch dem Laien eine gute Vorstellung vom mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geldwesen geben. Überhaupt ist das Bemühen des Verfassers um die Allgemeinverständlichkeit der wirt­schaftlichen Vorgänge dankbar hervorzuheben: alle fachlichen Termini werden in treffender Kürze erläutert, alle Entwicklungsphasen mit den großen geschichtlichen Ereignissen in Verbindung gesetzt und aus ihnen zu erklären versucht, sodaß schließlich ein Bild entsteht, das auch für Menschen ohne Fachwissen verständlich und überschaubar ist. Eine gerade durch ihre gegenständliche Einengung schwierige Aufgabe wurde hier aus­gezeichnet gelöst und durch ein gewissenhaftes Belegen aller Aufstellungen aus der umfassend herangezogenen Literatur der Arbeit, ungeachtet ihrer Zugänglichkeit auch für den Nichtfachmann, ihr streng wissenschaftlicher Charakter gewahrt. So darf man wohl diese kleine Monographie als ein ganz ausgezeichnetes Musterbeispiel für derartige wirtschaftsgeschicht­liche Studien bezeichnen. Friedrich Walter (Wien). Santifaller Leo, Neuere Editionen mittelalterlicher Königs- und Papst­urkunden. Eine Übersicht. (Österreichische Akademie der Wissenschaften. Mitteilungen der Wiener Diplomata-Abteilung der Monumenta Germaniae Historica VI.) Wien 1958, 70 S. Schon im Jahre 1889, als der erste Band des inzwischen berühmt ge­wordenen Handbuches der Urkundenlehre erschien, verkündete der Autor, Harry Bresslau, die Absicht, seinem Werke einen höchst erwünschten Annex, nämlich eine Übersicht über Regestenwerke und Editionen der Papst- und Herrscherurkunden, anzuschließen. Allein dem Handbuch blieb — einschließlich der zweiten Auflage und des Neudruckes von 1958 — diese Erweiterung versagt. Erst in der vorliegenden Arbeit fand der fast 70 Jahre alte Plan seine sinngemäße Verwirklichung. Der Titel „Neuere Editionen1“ etc. darf nicht zu der Annahme ver­führen, es handle sich lediglich um ein Verzeichnis der Erscheinungen der letzten Jahre und Jahrzehnte. Tatsächlich wird nämlich so weit zurück­gegriffen, als es der Mangel an jüngeren Editionen und Regestenwerken im speziellen Fall erfordert. Auch begnügte sich der Autor keineswegs mit der Anführung jener Werke, die ausschließlich Papst- oder Herrscher­urkunden bzw. -regesten enthalten, sondern war bestrebt, gerade für jene Sektoren, in denen der Stand der Publikationen als unbefriedigend bezeich­net werden muß, Ersatzwerke anzugeben, die ein erstes Eindringen in die Materie gestatten. So wird es dem Studierenden, aber auch dem außer­halb seines engeren Interessenkreises arbeitenden Forscher zweifellos sehr von Nutzen sein, wenn er statt einer kommentarlosen Fehlanzeige, bei­spielsweise bei den älteren schottischen Königsurkunden, auf mehrere Werke verwiesen wird, die ihm die zunächst einzig mögliche Handhabe zur teilweisen Erfassung des verstreuten Materials bieten. Der erste Teil verzeichnet die Editionen und Regestenwerke der Herr­scherurkunden, nämlich der römischen Kaiser der Antike, der oströmischen und byzantinischen Kaiser, der Germanenkönige sowie der europäischen 33*

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