Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 12. (1959)
PILLICH, Walter: Kunstregesten aus den Hofparteienprotokollen des Obersthofmeisteramtes von 1638–1780
Österreich 461 86 1678 März 15, Wien. Conrad Rudolph Lüttig, kaiserl. hofbefreiter Juwelier und Silberhändler, um die Privilegien des verstorbenen ältesten Hofjuweliers Johann Georg Fleischhacker. Dekr.: Bewilligt mit allen Vorzügen und Immunitäten. Der Hof verpflichtet sich dabei, Silber für die „Credenz oder Silberkammer“ vor anderen Händlern bei L., aber nur zum üblichen billigeren Preise, zu kaufen. — S. 60, 61. 87 1678 April 3, Wien. Intimat an den Hofkontrollor wegen des an Conrad Rudolph Lüttig erteilten Dekretes vom 15. März 1678 (siehe nro. 86), zur Vormerkung und Kenntnisnahme. — S. 62. 88 1678 April 27, Wien. Hanß Pirckner, kaiserl. Leibtrabant, gelegentlich und insbesondere auf Reisen in der Tapeziererei verwendet, um Exspektanz auf eine Tapezierergehilfenstelle. Dekr.: Obersthofmeisteramt nimmt P. vorläufig nur interimistisch auf, weil der Tapezierergehilfe Johann Fischer nicht kündbar ist. — S. 67, 68. 89 1678 September 18, Kaiser-Ebersdorf. Andreas Groß, Edelsteinschneidergehilfe aus Innsbruck, um eine außerordentliche Beihilfe. Res.: Weisung an Hofkammer für G.’s und seiner vielen Kinder Unterhalt aus Gnade 100 Gulden zu bezahlen. — S. 88. 90 1678 September 18, Kaiser-Ebersdorf. Andreas Groß, Edelsteinschneidergehilfe, um Jahresbesoldung. Res.: Weil G. in Innsbruck als Gehilfe des Edelsteinschneiders Pandolfini bisher jährlich 280 Gulden erhielt und nun in gleicher Eigenschaft anher berufen wurde, will ihm der Kaiser jährlich 300 Gulden für seinen Unterhalt zahlen. Der Hofkontrollor hat darüber die Verordnung auszufertigen. — S. 90, 91. 91 1678 Dezember 19, Wien. Ludwig Burnacini, Ingenieur, Beschwerde über schlechten Unterhalt, und Ansuchen um jährliche Besoldungserhöhung. Res.: Der Kaiser befiehlt, nachdem B. lange dient und viel Mühe hat, ihm ab 1. Oktober seine Besoldung um monatlich 10 Rheintaler zu erhöhen. — S. 93, 94. 92 1678 Dezember 19, Wien. Gerhardt du Chustean, kaiserl. Kammerdiener (und Maler), um Kostgeld anstatt der Hoftafel, weil er gänzlich erblindet ist. Res.: Weil Ch. ein alter verdienter Diener ist und bei seiner Erkrankung kaum eine Besserung zu erwarten ist, (nachdem er durch 22jährige Dienste „mit kleiner mahlerey“ seine Augen derart geschwächt hat) 5), hat der Kaiser bewilligt, daß ihm anstatt der Hoftafel das übliche Kostgeld, jedoch ohne Präzedenz, gereicht werden darf. S. 93 93 1679 Februar 27, Wien. (Gerhard du) Chastean, Kammerdiener der Kaiserin (und früher Maler), um (wöchentlich) 6 Gulden Kostgeld wie der (Kammerdiener und Schatzmeister) David Dorsch. Res.: Nachdem der Kaiser Ch. am 19. Dezember 1678 aus besonderer Gnade das übliche Kostgeld bewilligt hat, hat Ch. gebeten, ihm dieses auf 6 Gulden zu erhöhen. Dieses Gesuch ist zwar prinzipiell abschlägig beschieden worden, doch hat der Kaiser befohlen, Ch. als Zubuße diesmal 100 Gulden aus dem Hofzahlamte zu bezahlen, worüber der Hofkontrollor Bescheid erhält. S. 111, 112. s) Nach OMeA-Akten, Karton 3.