Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 10. (1957)

BONACKER, Wilhelm: Leben und Werk des österreichischen Militärkartographen Cyriak Blödner (1672–1733)

Leben und Werk des österr. Militärkartographen Cyriak Blödner (1672—1733) 129 kommen ist70). Wir haben diese Karten Nr. 16 und 33 im Einzelnen inhalt­lich aufgezeigt und können uns hier darauf beschränken, die Aufmerksam­keit auf ihre Besonderheiten zu lenken. Vorausgeschickt sei an dieser Stelle ein beachtlicher Hinweis Grena- cher’s auf das Vorbild unserer Karte 7fla), das er in einem von Henri Sengre-Jaillot gelieferten Theatrum aus den Jahren 1690—1702 zu erkennen glaubt. Dem Hofkriegsrat sei diese Karte bekannt gewesen; er habe angeordnet, daß B. ein dieser Karte ähnliches Werk schaffen solle. Grenacher hält weiterhin dafür, daß B. aus dieser Vorlage geschöpft habe, doch im Zuge einer Umbruchkorrektur läßt sich eine Stellungnahme zu dem Vorgebrachten nicht ermöglichen. Es ist offenkundig, daß wir es in der Karte Nr. 16 mit dem älteren Exemplar zu tun haben; es ist gröber gestaltet, hält noch an der gewohn­ten Blödner’schen Darstellung der Siedlungen fest. Von dieser löste sich B. erstmals in der Karte Nr. 19 vom Jahre 1716. Damit glaubte er wohl die einzelnen Kartenelemente wenn nicht sinnvoller, so doch seinem künstleri­schen Geschmack näher kommend, zur Wiedergabe zu bringen. Damit sind aber auch Anhaltspunkte für die Zeit der Entstehung des Theatrums gege­ben. Die erste Karte (Nr. 16) dürfte auf der Grundlage seiner eigenen Karten — das von Hauber umrissene zeitliche Ausmaß in Rechnung gestellt — in der Zeit von 1702—16 und die zweite Fertigung (Nr. 33) in den Jah­ren 1717—25 erfolgt sein. Trüge die Karte Nr. 33 nicht seinen Namen, so könnte es naheliegen, diese Fertigung — die in den Grundzügen natürlich mit der ersten Fassung übereinstimmt — als eine solche von anderer Hand anzusehen. Offenbar hat sich die Herstellung eines zweiten Exemplars als notwendig erwiesen; vielleicht wurde sie auf besonderes Verlangen seines Auftraggebers, des Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg, geschaffen. Auch in ihren Ausmaßen stimmt die Karte Nr. 33 nicht mit der ersten Bearbeitung überein; wie diese ist sie ebenfalls in gleicher Weise in 20 Teile zergliedert, ohne daß beide Karten aber in den Schnitten genau übereinstimmen (Fig. 3). In dieser Abbildung wird die Lage der Gewässer und ihre Verteilung auf die einzelnen Blätter gemäß der Linienführung Blödner’s veranschaulicht. Die Teile der Nr. 33 haben nachstehende Größen: 1. Reihe, Teil 1 58 X40, T. 2 60X40, T. 3 60X40, T. 4 60X40, T. 5 58 X 40, 2. Reihe, Teil 6 58 X 40, T. 7 60 X 43, T. 8 60 X 43, T. 9 60 X 43, T. 10 58 X 43, 3. Reihe, Teil 11 58 X 43, T. 12 60 X 43, T. 13 60 X 43, T. 14 70) Nur einem Zufall verdanken wir die Kenntnis dieser zweiten Tafel, die in den Beständen der Kartensammlung unter der gleichen Signatur, wie ihre Vorgängerin, nur mit dem Zusatz „2. Exemplar“ geführt wird. 70a) p. Grenacher: Die Anfänge d. Militärkartogr. a. Oberrhein. (Basler Ztschr., 56. Bd„ 1957, S. 67) — S. 107. 71) Herr Oberst a. D. J. Magschitz war so liebenswürdig, uns mit den Ausmaßen der einzelnen Teile bekannt zu machen. Mitteilungen, Band 10 9

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