Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 10. (1957)
BONACKER, Wilhelm: Leben und Werk des österreichischen Militärkartographen Cyriak Blödner (1672–1733)
Leben und Werk des österr. Militärkartographen Cyriak Blödner (1672—1733) 123 Kunde über dieses wurde uns durch den Laienprediger M. Hanke, der in seinem verdienstvollen und noch längst nicht ausgeschöpften Geschichtswerk über einige Karten und Pläne kurz berichtete, die er in der kriegsgeschichtlichen Kartensammlung, die der Kartenabteilung der Preuß. Staatsbibi, zugeteilt war, eingesehen hatte670). Den Bestand dieser Sammlung, die nach dem Ende des ersten Weltkrieges, mit der Auflösung des Großen Generalstabes, an die Kartenabteilung fiel, vereinigte im Jahre 1920 Generalmajor z. D. T r o s c h e 1 in einem handschriftlich niedergelegten und sechs Bände umfassenden Katalog. Diesem Umstand war es zunächst zu verdanken, daß wir über den Umfang des B. zuzuschreibenden Karten- und Plangutes genauer unterrichtet wurden, da Hanke nur zwei Pläne (Nr. 23, 24) und eine Karte (Nr. 32) näher erläuterte07'1). Der besagte Katalog wurde über den Zusammenbruch hinüber gerettet; indes, der gesamte Bestand dieser Sammlung war nicht mehr aufzufinden und mußte als vernichtet bzw. verschollen gelten. Infolge des mehrfachen Wechsels in der Leitung der Kartenabteilung nach dem Ende des Krieges, war der neue Personenkreis mit dem umfangreichen, wertvollen Sammelgut, unter den in der Kartenabteilung gehüteten Beständen, nicht vertraut. Auch eine Rückfrage bei der Westdeutschen Bibi. (Marburg a. d. L.), die bekanntlich noch den Großteil des einst zum Besitz der Preuß. Staatsbibi, gehörigen Bücher- und Kartenbestandes verwahrt, brachte die Karten dieser einzigartigen Sammlung nicht ans Licht — sie schienen unwiederbringlich verloren zu sein. Im Zuge einsetzender Ermittlungen wurde aber dann festgestellt, daß noch 25 Kisten in den Gewölben der Deutschen Staatsbibi, eingelagert waren, über deren Inhalt aber nichts bekannt war. Wider Erwarten enthielten sie nahezu vollständig die Spezialsammlung, die dank der Förderung durch den Hauptdirektor, Herrn Prof. Dr. H. Kunze, wieder der Kartenabteilung einverleibt und damit der Einsichtnahme zugängig gemacht wurde. 3. Über seine Mitarbeiter und Kopisten. Aus dem Zeugnis Hauber’s wissen wir (vgl. S. 93), daß B. sich der Mitarbeit anderer Zeichner und Ingenieure während der Dauer von mehr als 20 Jahren versicherte. Unsere Bemühungen, solche aus den Urkunden 67°) M. Hanke: Geschichte der amtlichen Kartographie Brandenburg- Preußens bis zum Ausgang der Friderizianischen Zeit. Hrsg. v. H. Degner. (Geogr. Abh., 3. R., 7. H.) Stuttgart, 1935. — S. 133. — Vgl. auch Göttingische Gelehrte Anz., Jahrg. 198, 1936, S. 445—448. 67,i) Für die übrigen vermerkt Hanke (S. 133): „Von Blödner stammen 0 Pergamentblätter (Ebenda, Da. 5. 14, 15 d, 16 e, 16 f, 26 k). Die meisten enthalten mehrere Pläne zugleich und bringen Städte, Festungen, Belagerungen usw.“ — Diese Angabe ist ungenau, da es sich nicht um 6, sondern nur um 5 Blätter (Nr. 39—43) handelt.