Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 9. (1956)

Fünfte Konferenz der österreichischen Archivdirektoren am 17. und 18. Mai 1955 in Wien

Österreich 571 das vom Referenten einberufene Komitee wurde ersucht, die behördliche Anmeldung dieser Standesvertretung vorzunehmen. Der Wunsch nach einer Forschungszulage für wissen­schaftliche Beamte (Referent: Staatsarchivar 1. Kl. Univ.-Doz. Dr. Hanns Leo Mikolezky) wurde auch im Hinblick auf die zukünftige Regelung der Beamtengehälter weiter aufrechterhalten. 2. Bei der Besprechung der Probleme der Anlage von Archiv- Inventaren wurde festgestellt, daß die Arbeit von Erich Trinks, „Die Bestände des Oberösterreichischen Landesarchivs“, im 1. Band der Mittei­lungen dieses Archivs den heutigen Anforderungen voll entspreche und als Muster für die Abfassung von Inventaren verwendet werden könne. 3. Die Erörterung der schwierigen Terminologie des Begriffes „S a m m- lungen in Archiven“ (Referent: Wirkl. Hofrat Ing. Dr. Oskar Regele, Leiter des Österreichischen Staatsarchivs und des Kriegsarchivs) führte zu der Definition, daß es sich bei einer Sammlung um einen pro­venienzmäßig nicht zu fassenden, also künstlich gewachsenen Fonds handle. Nachlässe sind daher nicht als Sammlungen zu betrachten. 4. Hinsichtlich der Verfassung von Dienstvorschriften (Re­ferent: Wirkt Hofrat Ing. Dr. Oskar Regele) wurde festgestellt, daß jedes Archiv eine Dienstvorschrift benötigt, die seinem speziellen Aufgabenkreis entspricht. 5. In der Frage des Archiv-Beirates (Referent: Wirkt Hofrat Dr. Gebhard Rath, Leiter des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, des Allge­meinen Verwaltungsarchivs und des Archivamtes) wünschte die Konferenz die Aufnahme der gegenwärtigen Archivdii’ektorenkonferenz als ständigen Archiv-Rat in das Archivgesetz und ersuchte die Kommission für die Aus­arbeitung des Archivgesetzes um eine entsprechende Fassung des § 10. 6. Im Interesse der Heran- und Fortbildung der Archiv­beamten (Referent: Univ.-Prof. Dr. Leo Santifaller, Vorstand des Instituts für österreichische Geschichtsforschung) beschloß die Konferenz, zukünftig im Einverständnis mit dem Vorstand des Instituts für österreichische Geschichtsforschung auf eine Vertiefung der Pflege der Archivwissenschaft hinzuarbeiten. 7. Über die Arbeitsplanung der Archive und deren Publikationen (Referenten: Wirkt Hofrat Dr. Hermann Wiessner, Direktor des Kärntner Landesarchivs, Hofrat Univ.-Doz. Dr. Karl Lechner, Direktor des niederösterr. Landesarchivs) berichteten alle anwesenden Archivdirektoren. 8. Die im Zuge der Inventarisierung der Ämter aktuell gewordene Frage nach dem S ch ä t z w e rt von Arc h iva 1 i e n (Referent: Wirkt Hofrat Dr. Erich Trinks, Direktor des oberösterreichischen Landesarchivs) wurde dahingehend beantwortet, daß sich wegen der Unmöglichkeit einer nur halbwegs zutreffenden Schätzung der Bestände die Ministerien mit der Erklärung des einmaligen, unschätzbaren Wertes begnügten. 9. Über die gegenseitige Stellung Landesarchive-Landesver- waltung (Referent: Wirkt Hofrat Dr. Hermann Wiessner) kam es zu einer längeren Debatte.

Next

/
Thumbnails
Contents