Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 8. (1955)

SANTIFALLER, Bertha – SANTIFALLER, Leo: Urkundenregesten der Archive Ladiniens bis zum Jahre 1500

Urkundenregesten der Archive Ladiniens bis zum Jahre 1500 19 153. (10) 1416 Februar 6 (das ist geschehen nach Cristi gepurd virczehen­hundert jar darnach in dem XVI. jar, an sand Dorothentag der heyligen junkfrawn). Michel von Wolkenstain bekennt, daß er aus den zwei Gütern Rosik, gelegen in sand Oswalds Malgrey in der Kastellruter Pfarre, und Röchenlay, auch in der Kastelruter Pfarre in der sand Peters Malgrey gelegen, die ihm beide jährlich 40 Pfund P. zinsen, 30 Pfund P. Meraner M. an die Gerichte und das Pfarrvolk von Kastellrutt, von Layan, von Vilanders, von Vels und von Wol­kenstain verkauft hat. 70 Mark P. Meraner M. bestätigt er, dafür empfangen zu haben; 30 Pfund Gelt wollen er und seine Erben dazu verwenden, eine Brücke über den Eysact „zu Trosperk vnder dem haus genannt zu Waydpruk“ zu bauen. Diese Brücke soll den ge­nannten Gerichten und dem Pfarrvolk „offen seyn vnd darvber ir geweriff treiben“. Er und seine Erben verpflichten sich, von dem Gelde auch in Zukunft die Brücke im Bau zu erhalten. — Siegler: Michel von Wolkenstain. — Orig.Perg. S. an Perg.Str. — Regest: In den Archiv-Berichten 1 ist diese Urkunde nicht verzeichnet. — Vgl. über Waydpruk: Santifaller Leo: Waideprugken und anderes. Schiern 9, 1928 S. 511. — Tarneller n. 1400; n. 1203. 154. (11) 1418 Juni 3 (do man zalt nach Christi gepfird virzehen hundert jar vnd darnach inn dem achzehentten jar, an sand Erasem tag des heiligen marttern). Pawls der Pfarrer von Layen und der Kaplan von Greden einerseits und die Pfarrleute von Czilf (Selva) in Gre- den und von Kalfusch andrerseits suchen die Schlichtung eines Streites und wenden sich gemeinsam an die folgenden Herren: „heren Vllreichen spytaler zw dem heiligen chrevcz zw Brixen, maister Götfriden Frylingh dy zeit schulmaister zw Brixen, heren Chunraten vicary zw Kastellrutt, dye edln vnd vesten heren Micheln von Wolchenstain vnd heren Sygmunden von Gufidawn, was dy dar aus funden vnd gasprlchen das es hin für da pev pelib; dv haben vber dy sach gesessen vnd haben paid tail verhört chlag vnd wyder- red vnd was sy z\v payden tailen ffir zw pringen hetten vnd haben nämleich zwischen in erfunden vnd gesprochen“: 1. Der Pfarrer soll den Pfarrleuten von Czilf und von Kalfusch einen Priester geben, der ladinisch (wählisch) und deutsch (tawtsch) versteht, damit die Pfarrleut mindestens in der Fastenzeit ihre Beichte ab- legen können. 2. Der Priester soll von jedem Haus ein „massel chorn“ erhalten; dafür brauchen die Bauern das Korn, das sie dem Mesner bisher gegeben haben und „ainen cházz für peichtgelt, ffir beruchen, für chindtawffen, für frawn inlaytten“ nicht mehr zu geben. 3. Wenn ein Kind bis zu 7 Jahren stirbt, zahlt man 6 Vierer als Seelgerät. Für jedes ältere Kind wird 1 Pfund gezahlt, wie für Erwachsene. Wenn jemand stirbt und hat vorher die hl. Ölung erhalten, zahlt man 6 Kreuzer und 2 Kreuzer für das Mahl; bleibt der Kranke aber nach dem Empfang der hl. Ölung am Leben, zahlt man nach altem Brauch 3 Kreuzer für das öl. 4. Wenn der Priester einem Kranken die Kommunion erteilt, soll er ihn nicht zwingen, 2*

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