Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 8. (1955)

KRAUS, Wilhelm: 10 Jahre Österreichisches Staatsarchiv 1945–1955

244 Archivberichite Verordnung seither ausgearbeiteten und vom BKA. im Verordnungswege erlassenen Prüfungsordnungen für die definitive beamtete Anstellung in den Verwendungsgruppen B, C und D. Abschließend kann festgestellt werden, daß die GD. des ÖStA. in dem Jahrzehnt ihres Bestehens mit einer Summe von 25.633 Geschäftsstücken ihren Wirkungskreis erfüllt und trotz schwieriger Ausgangslage den Be­stand und das Leben der Archive, wie sie in den nachfolgenden Abschnitten dargestellt werden, in jene in jeder Hinsicht erfolgreiche Entwicklungsbahn gelenkt hat, die weitere Erfolge für die Zukunft des nächsten Jahrzehnts erhoffen läßt. 2. Die Archivgebäude. Die Archivgebäude sind zwar im wesentlichen die gleichen wie vor 1938, doch offenbart sich die in dem abgelaufenen Jahrzehnt geleistete Aufbau- und Ausbauarbeit für das Auge des Besuchers nirgends so deutlich wie an ihnen. Die Gebäude der österreichischen Staatsarchive kamen, wie man im Vergleich mit denen anderer Staaten rückblickend sagen kann, im Bomben­regen des 2. Weltkrieges mit einer Ausnahme mit heiler Haut davon; die Ausnahme bildete das schon einmal, beim Justizpalastbrand von 1927, schwerst betroffene Staatsarchiv des Innern und der Justiz = Allgemeines Verwaltungsarchiv, das am 10. 9. 1944 von zwei Bomben schwer getroffen und dessen Magazinsräume und Forschersaal weitgehend zerstört wurden 8). Die dagegen nur kleinen Schäden der anderen Archivgebäude an Fenstern, Dächern, Böden, Verglasungen, Einrichtungsgegenständen durch Nässe­einbruch u. a. wurden bald behoben. Mehr als diese Schäden zwangen andere Ursachen: Raumnot9), Alters- und Bauschäden, Abgabe von Räumen, Aus­lagerung in Depots außerhalb der Archivgebäude u. a., dazu, an Maßnahmen zu denken, die jeweils abhelfen konnten. (1) Der Archivspeicher des H H S t A. ist restlos ausgenützt. Zur Erzie­lung neuer Belegflächen wurden 1950 sowohl in der Bibiliothek als auch im Archivdepot, wo es möglich war, Holzstellagen aufgestellt. Das Archiv besitzt noch in den Souterrainräumen der Hofburg ein umfangreiches Depot, das völlig unzulänglich, feucht und wegen der dauernden Ver­schmutzung und Überfüllung kaum benützbar ist. 1948 wurden sämtliche Hydranten und Feuerlöschgeräte überprüft und ausgebessert, wie die feh­lenden Wasserschläuche ersetzt. Der Archivspeicher ist durchgehend in Stahlkonstruktion ausgeführt. Zur Sicherung gegen Einwirkungen von außen wurden 1950 alle Fenster des Erdgeschoßes mit verschließbaren Eisentüren versehen. Die Zentralheizung des Archivs konnte wegen Kohlen­mangels erst 1949 nach Instandsetzung in Betrieb genommen werden. Da 8) . J. Seidl: a. a. O., S. 10. 9) Ebenso S. 12 ff.

Next

/
Thumbnails
Contents