Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 7. (1954) – Festgabe zur Hundertjahrfeier des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung

WIESSNER, Hermann: Der Stand der Urkundenedition in Kärnten

518 Hermann Wiessner Die Geschichte des Klosters Millstatt und dessen Urkunden sind jetzt durch die fleißige und saubere Bearbeitung durch Fischer-Weinzierl bestens bearbeitet11). Von den 12 Siegelurkunden der Zeit von 1269 bis 1286 befinden sich 11 im österreichischen Staatsarchiv, 1 im Kärntner Landesarchiv. Abschriften enthält das Millstätter Kopialbuch in der Nationalbibliothek. Regesten enthalten die Millstätter Register im Kärntner Landesarchiv12). Nicht unwesentlich ist der Beitrag des Prämonstratenserklosters Grif­fen zum Urkundenbestand dieser Epoche. Freilich hat der große Brand von 1751 ohne Zweifel viele Originale vernichtet, so daß bei Aufhebung des Klosters nur mehr 26 Originale vorhanden waren 13). Sie fanden durch den späteren Besitzer ihren Weg ins Landesarchiv. In den hier in Betracht kommenden Zeitabschnitt fallen keine Originale, wohl aber 14 Kopien, die im Griffener Kopialbuch 14) überliefert sind, eine Kopie befindet sich im Archiv in Bamberg15 16), eine in den Bamberger Codices des Österreichi­schen Staatsarchives ie), eine Urkunde ist in der Urkunde des Erzbischofs Konrad von Salzburg vom 12. Juni 1310 inseriert und endlich enthält die Grazer Handschrift17) eiine weitere Urkundenabschrift. Alle diese genann­ten Stücke sind bisher nur in sehr mangelhafter Regestenform ediert18). Ganz übel steht es um das Schicksal der Urkunden des Klosters Ossiach, dessen Urkundenschätze infolge Unfähigkeit und auch Unredlichkeit der Aufhebungskommissare in alle Welt verschleppt und zerstreut wurden19). In unsere Zeitspanne fallen 9 Originale, von denen sich 7 im Archiv des Grafen Wlczek und 2 im Kärntner Landesarchiv befinden. Sämtliche Urkunden sind bisher unediert. Das Spanheimsche Hauskloster St. Paul liefert für die Epoche von 1269 bis 1286 13 Siegelurkunden, 1 Formular und 1 Urkundenabschrift. Yon den Originalen befinden sich 9 im Österreichischen Staatsarchiv, 3 in St. Paul und 1 im Deutschordensarchiv in Wien. Bis auf eine sind alle hier angeführten bei Schroll20), wenn auch zum Teil unvollständig, ediert- Durch die wiederholten Auflösungen des Stiftes 1787 und 1939 wurden sowohl die Bibliothek wie auch das Archiv ai'g in Mitleidenschaft gezogen. Die Neuaufstellung des Archives ist im Gange. 11) Geschichte des Benediktinerklosters Millstatt in Kärnten. KA. Bd. 33. Ein fertiges Urkundenbuch des Klosters Millstatt von derselben Verfasserin ist leider noch ungedruckt. 12) KLA. Handschriftensammlung, 2/16, 2/17, 2/18 und 2/19. 13) Laschitzer, a. a. O., Carinthia 1883, S. 172. 14) KLA. Handschriftensammlung 2/15. Vgl. dazu Jaksch, MDC IV/1, S.XIV und Arch. f. vaterl. Gesch. Bd. XYI. 15) Cop. XV, n. 288. 16) Oesta Böhm Cod. 1049 und 1050. 17) Katalog des STLA. n. 222. 18) Tangl, Notizblatt z. AföG. 1858. 10) Laschitzer, Carinthia 1883, S. 197, Jaksch, MDC III, S. XX. 20) FRA. 11/39, Urkundenbuch des Benediktinerstiftes St. Paul i. L.

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