Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 7. (1954) – Festgabe zur Hundertjahrfeier des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung

WEINZIERL-FISCHER, Erika: Die Bekämpfung der Hungersnot in Böhmen 1770–1772 durch Maria Theresia und Joseph II.

Die Bekämpfung der Hungersnot in Böhmen 1770—1772 513 Zusammenhang bat Kollowrat auch die Herrscherin, den Mitgliedern der Kommission, sowie dem Sekretär Greiner * 245 * 247) und dem Konzipisten Hau­meder, die im Verlauf der Tätigkeit der Kommission über 100 Protokolle und über 1000 Akten konzipiert und expediert hatten, ihre Zufriedenheit zu erkennen zu geben 240). Maria Theresia zeigte sich über diese Haltung Kollowrats sehr erfreut24') und beauftragte ihn in der Resolution zum Schlußbericht der Kommission mit der Übermittlung ihres Dankes 248 *). Die Hofkanzlei sprach daher am 7. August dem nunmehrigen Vizepräsidenten der ungarischen Hofkammer Festetics 250), den Hofräten Zenker 248), Mayer 250), Bolza251), Puchberg 250), Mailáth 252), Győry 250) und Raab 250), dem Hofkonzipisten Haumeder, dem Obersten Burggrafen Fürstenberg250), dem Freiherrn von Astfeld 250) und dem Hofsekretär Greiner die Zufrie­denheit und den Dank der Kaiserin aus 253). Wenn damit die Not in Böhmen zwar noch nicht völlig behoben war und auch weiterhin größere Hilfsmaßnahmen 254) für das schwer geprüfte Land erforderte, so war die Lage nun doch wenigstens erträglich geworden Man hoffet allerunterthänigst, durch diese mühesame, vielen Beschwerlich­keiten, und unendlichen Anständen unterlegene Veranstaltungen, die Gott zu Dancke für die allerhöchsten Erbstaaten von gedeihlicher Folge gewesen, die preiswürdigsten, allermildesten Absichten durch Rettung vieler tausend Men­schen von der äussersten Noth, und vollständiger Erhungerung pflichtschul­digst beförderet, und die allerhöchste Zufriedenheit verdienet zu haben.“ 1772 VIII 1. Ebendort, n. 5. 245) Franz Joseph Ritter von Greiner (1730—1798). Vgl. Alfred R. v. Arneth, Maria Theresia und der Hofrat von Greiner, AföG. 30, 1859, S. 307—378. 248) 1772 VIII 7. Nachlaß Kollowrat, n. 359. 247) „dises zeugnus macht seinem herzen ehre und ist der gröste beweis vor seine bearbeitung selbst und seiner direction, die ihme und mir vili harte stunden passirn machen.“ Ebendort. 248) „placet und ist dise so interessante als mühesame bearbeitungen zu meinen Wohlgefallen geführt und geendigt welches so wohl ihme earner president zum verdienst als all andern räthen und dem Greiner und concipisten besonders nach sein bezeigen in mein nahmen zu bedeuten ist.“ 1772 VIII 1. Kommission Fasz. 10, August, n. 5. Vgl. auch Walter, Inventar des Wiener Hofkammer- archivs, S. 149. 24°) Johann Bernhard Ritter von Zenker, Hofrat bei der b.ö. Hofkanzlei (1720—1785). Vgl. Wurzbach, a. a. O., 59, 1890, S. 321. 250) Siehe oben S. 505. 254) Joseph Peter Freiherr von Bolza, Hofrat bei der b.ö. Hofkanzlei (1721 bis 1807). Ebendort 2, 1857, S. 34. 252) Joseph Graf Mailáth von Székhély, Hofrat bei der ungarischen Ab­teilung der Hofkammer (1737—1810). Ebendort 16, 1867, S. 305 f. 253) Konz., Kommission Fasz. 10, August, n. 9. 254) Vgl. z. B. StR.Prot. 1772/III/2128. Mitteilungen, Band 7 33

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