Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 7. (1954) – Festgabe zur Hundertjahrfeier des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung

SANTIFALLER, Bertha – SANTIFALLER, Leo: Urkundenregesten der Archive Ladiniens bis zum Jahre 1500

412 Bertha und Leo Santifaller beurkundet, daß er seiner Filial-Gemeinde in Wengen wegen des weiten Weges bis zur Pfarre gestattet, das hl. Chrisma in Wengen aufzubewahren, „da alte menschen tot sint an daz hailige ol vnd auch chinder verschaiden sint an den hailgen chrism“. Er gebietet aber, alle andern pfarrlichen Pflichten in der Pfarre Enneberg zu leisten. Zeugen: Antony Vikar in Enneberg, Hainreich von Rost Richter, o Hans der Praust. — Siegler: Chunrat der Pab. — Orig.Perg. 1 S. an Perg.Str. — Druck: Sinnacher V, 578 (nicht vollständig). — Regest: Archiv-Berichte 3 n. 1649. — Vgl. Vittur, Enneberg S. 240; Richter- Santifaller, Ladinien S. 2 f., 78. 25. (2) 1475 Oktober 17, Rom (Rome in domibus nostris, anno a natiuitate domini millesimo quadringentesimo septuagesimoquinto, die uero decima septima mensis octobris, pontificatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri domini Sixti diuina prouidencia pape quarti anno quinto). Die Kardinale Philippus vom Titel St. Petrus und Marcellus, Julianus vom Titel St. Petrus in Vinculi, Stephanus vom Titel St. Hadrian, Ausias vom Titel St. Vitalis und Johannes Bap­tista vom Titel St. Balbine verleihen auf Bitte des Genesius Mille- bonis und seiner Gefährten allen Christgläubigen, die nach Ablegung der Beichte die Kirche sancti Genesii de Valle Surrudecans (Wen­gen) in der Brixner Diözese an den angegebenen Tagen andächtig besuchen und ein Almosen geben, 100 Tage Ablaß. Ablaßtage: St. Ge­nesius, Maria Himmelfahrt, an den Tagen der Hl. Johannes des Täufers und des Evangelisten Johannes, Kirchweihe. — Siegler: Die 6 Kardinäle. — Kanzlei vermerke: Auf der Plika rechts der Schreibervermerk H. Brunus; auf der Rückseite in der Mitte P. de Julia X. — Orig.Perg. 6 S. an rötlichen Seidenschnüren fehlen. — Druck: Santifaller, Illum. Urkd. S. 120 f. n. 7. — Facsimile: Teilfacs. Santifaller, Illum. Urk. Tafel X, Abb. 16. — Regest: Archiv-Berichte 3 n. 1650. — Vgl. Vittur, Enneberg CII, 618; Richter-Santifaller, Ladi­nien S. 2 f. — Die erste Zeile hat eine Art verlängerte Schrift mit schön gemalten Initialornamenten; der erste Buchstabe schließt eine Bildinitiale ein: ein Christuskopf. (Beschreibung der Initiale bei Santifaller Illum.Urk. 1. c.) 26. (3) 1484 Mai 16, Wengen (in ecclesia sancti Genesii filiale predicta die dominica sedecima mensis maii anno a natiuitate currente dominica millesimo quadringesimo octuagesimo quarta). Conradus episopus Bellinensis, Generalsuffragan des Bischofs Georg von Brixen, weiht die Kirche sancti Genesii in Wenngen, eine Filialkirche der Pfarr­kirche beate Marie virginis in Enneberg in der Brixner Diözese, auf Bitte des Erasmus Pugsinger, iamdicte parochialis ecclesie rectoris zu Ehren der Hl. Dreifaltigkeit, der Jungfrau Maria und des Hl. Ge­nesius mit 3 Altären ein: in den Hauptaltar zu Ehren der hl. Gene­sius, des Apostels Andreas, der hl. Sebastian und Agathe werden Reliquien dieser Heiligen sowie der hl. Ingenuin, Egidius und Con­radus, des Papstes Siluester, der hl. Laurenzius, Sebastianus und

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