Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 6. (1953)

BENEDIKT, Heinrich: † Egon Caesar Conte Corti alle Catene

546 Nachrufe mal eingesehene und bearbeitete Privatarchiv Maximilians von Mexiko, das Wittelsbacher Hausarchiv, das des Fürsten von Monaco und die ganz über­raschenderweise im Palais des Herzogs von Calabrien zu München entdeck­ten Papiere der letzten Königin von Neapel, Marie von Bayern, die das Material zur Biographie der Königin Marie Karoline boten. Das schönste Zeichen des Vertrauens wurde Corti durch die Schwester des Deutschen Kaisers, die Landgräfin Margarethe von Hessen zuteil, die ihm die zu Kronberg verwahrten Briefe der Königin Victoria an ihre Tochter, die Kaiserin Friedrich, zur Veröffentlichung und Verwertung anvertraute, und durch die Königin von England, die dem österreichischen Historiker ge­stattete, die im Archiv zu Windsor verwahrten Briefe der Kaiserin Fried­rich einzusehen und von ihnen Abschriften zu nehmen. In vielen Archiven hat Corti gesucht und gesichtet, in unserem Archiv war er zuhaus und wenn er morgens aus dem alten, schönen Haus am Franziskaner- zum Minoritenplatz hinüberging, war es für ihn nur ein lieber, gewohnter Weg von einem Arbeitszimmer ins andere. Im Haus-, Hof- und Staatsarchiv fühlte er sich daheim, mit den hier verwahrten Schätzen so vertraut wie mit den Büchern seiner eigenen kostbaren histori­schen Bibliothek. Die Beamten des Staatsarchivs nahmen an seiner Ent­deckerfreude teil, wenn er etwas ganz Wichtiges fand, und er hat, wie selten einer, mitgeholfen, die unermeßlichen Schätze des Staatsarchivs ans Licht zu ziehen. Pflichtgefühl, Bescheidenheit, das Ethos des alten Adels, Ritterlichkeit und Kameradschaft des kaiserlichen Offiziers, liebenswürdige Hilfsbereit­schaft allen Forschern gegenüber, geistige Geselligkeit, die er als Haus­herr übte, rastloser Eifer des Schaffens und des Gebens bildeten seine Persönlichkeit, deren Niederschlag seine Werke bewahren. Heinrich Benedikt (Wien). Von Egon Caesar Conte Corti sind folgende Werke in deutscher Sprache und in Übersetzung erschienen: Leopold I. von Belgien. Wien 1922 — London 1923 — Brüssel 1927. Maximilian und Charlotte von Mexiko. 2 Bände. Wien 1924 — Paris 1927 — London 1928. Der Aufstieg des Hauses Rothschild. Leipzig 1927 und Das Haus Rotschild in der Zeit seiner Blüte. Leipzig 1928 — London 1928 — New York 1928 — Stockholm 1928 — Paris 1928/29 —- New York (Volksausgabe) 1928 — Oslo 1929 — Prag 1931 — Amsterdam 1931 — Mailand 1938 — Rio de Janeiro 1948. Die trockene Trunkenheit. Leipzig 1930 — London 1931 — New York 1932 — Tokio 1951. Der Zauberer von Homburg und Monte Carlo. Leipzig 1932 -— Paris 1933 — London 1934 — New York 1935 — Frankfurt 1951 — Graz 1952. Die Tragödie eines Kaisers. Gekürzte und veränderte Auflage von „Maximilian und Charlotte von Mexiko“. Leipzig 1933 — Mailand 1936 Oslo 1937 — Barcelona 1941 — Wien 1948. Elisabeth, die seltsame Frau. Graz—Köln, 1. Aufl. 1934, 33. Aufl. 1953 — London 1935 — New York 1936 — Oslo 1935 — Paris 1935 — Buda­pest 1935 — Mailand 1935 — Amsterdam — 1937 -— Warschau 1938 — Barcelona 1943 — Rio de Janeiro (in Vorbereitung). Unter Zaren und gekrönten Frauen. London 1934 — Graz—Köln, 1. Aufl. 1936, 14. Aufl. 1953 — Mailand 1951.

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