Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 6. (1953)

NECK, Rudolf: Zeitgeschichtliche Literatur über Österreich

516 Literaturberichte der, über ein halbes Jahrhundert auf dem Thron sitzend und von einem widerlichen Byzantinismus umschmeichelt, ein gerüttelt Maß von Schuld daran trägt, daß sich der Feudalstaat (!) Österreich-Ungarn nicht moder­nisierte.“ Zu solchen „Feststellungen“ erübrigt sich jeder Kommentar. Die saloppe, in reichem Maße mit Gemeinplätzen eines politischen Allerweits jargons durchsetzte Phrasierung ist einer wissenschaftlichen Abhandlung durchaus unwürdig. Im ganzen kann daher dieses Buch trotz einiger richtig gesehener Perspektiven und mancher guter Formulierungen angesichts so über­wiegender Mängel keinen Anspruch darauf erheben, als brauchbarer Bei­trag zur wissenschaftlichen Erörterung des interessanten Themas oder als Informationsquelle für „gebildete Laien“ empfohlen zu werden. Otto Friedrich Winter (Wien). Zeitschriften, Periodica, Festgaben. Arhivist. Organ Arhivskog Savjeta FNRI. 1. Jahrgang, Heft 3, September—­Dezember 1951, Beograd 1951. 99 Seiten; 2. Jahrgang, Heft 1, Beograd 1952. 119 Seiten. Das erstgenannte Heft der vom Verband der Hauptarchive der föde­rierten Volksrepublik Jugoslawien herausgegebenen Zeitschrift bringt einen Aufsatz über die Archivorganisation Jugoslawiens im allgemeinen nach den 1945 bis 1950 erlassenen Gesetzen (N. Skerovic, „Das Archivnetz“, S. 3—9); weitere Abhandlungen über einzelne Archive sind die über das Staatsarchiv der Volksrepublik Mazedonien in Skoplje von D. Zografski (S. 10—15), das Staatsarchiv Rijeka (Fiume) von M. Korlevic (S. 61—66) und über Archiv­sammlungen in dem erst durch den Friedensvertrag mit Italien erworbenen Gebiet von Tolmin (Tóiméin) mit Übersichten über Schicksale und Bestände aller in diesem Raum befindlichen Ortsarchive von M. Golija (S. 72—93). Die Neuerwerbungen des Staatsarchivs Dubrovnik (Ragusa), namentlich die Rückstellung von Teilen des Archivs der Republik Ragusa durch Öster­reich und Italien und Zuwächse aus dem Besitz von Körperschaften und Privaten, behandelt Z. Muljacic (S. 66—71); V. Bogicevic beschäftigt sich mit den Umständen, durch die archivalisches Quellenmaterial in Bosnien und Hercegowina in der wechselvollen Geschichte dieser Länder verloren ging (S. 15—20). Der umfangreichste Beitrag (S. 21—57) stammt von F. Hauptmann: Über die Korrespondenz des Grafen Albert Nugent im Jahre 1848, eine wichtige Quelle über die Vorgänge in Kroatien und Slavonien während des Revolutionsjahres, mit chronologisch gereihten kurzen Regesten der einzelnen Briefe und Registern der Empfänger. Das Heft 1 des Jahrganges 1952 unterscheidet sich hinsichtlich Aus­stattung, Papierqualität und Druck vorteilhaft von seinem Vorgänger. Was den Inhalt anbelangt, ist darin allgemeinen archivwissenschaftlichen Pro­blemstellungen größerer Raum zugemessen (K. Nemeth, „Die Wirtschafts­archive“, S. 1—11; B. Durdev, Über die Möglichkeiten des Beginns der Aus­wertung der Archive in Konstantinopel für die Geschichte Jugoslawiens, S. 13—23; J. Sindik, Über die drei Hauptprobleme des jugoslawischen Archivwesens, nämlich 1. Das Unverständnis der Öffentlichkeit für die Be­deutung des Archivmaterials, 2. Den Mangel an Räumlichkeiten, 3. Den Mangel an Fachpersonal, S. 25—31; N. Skerovic, „Registratura“, S. 33—39;

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