Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 5. (1952)

REGELE, Oskar: Das ungarische Kriegsarchiv

Rezensionen 439 redigierten Beiträgen der in dem jeweiligen Gebiet wirklich berufenen Fachgelehrten bei der heute gegebenen Differenzierung der Wissenschaften noch immer der geeignetste Weg wäre, einen brauchbaren Überblick über die Fülle der Entwicklungen und Ergebnisse zu gewährleisten. Wenn, wie F. sagt (S. 9), die „erschreckende Fülle von Namen und Zahlen... nur Anschauungsstoff sein“ soll, wäre es m. E. zweckmäßig gewesen, sie in noch größerem Maße in die ohnehin im Anhang vorhandenen Zeittafeln über „Politik“ und „Kultur“ aufzunehmen; so aber verstärkt die neben der Seitenzählung eingeführte Numerierung der einzelnen Unterabschnitte, die nur den Zweck hat, diese zu dem Namens- und Sachregister im Anhang in Beziehung zu setzen, den Eindruck eines Nachschlagewerkes, zuungun­sten des wissenschaftlichen Schwerpunktes, der doch in der Aufhellung der Zusammenhänge der Entwicklungen auf den verschiedenen Gebie­ten liegt. Das Fremdwortregister (S. 471—477) zeigt einen erschreckenden Pes­simismus des Verfassers in Hinblick auf das Bildungsniveau seiner Leser, erklärt es doch zum großen Teil Wörter, die dem üblichen Repertoire von wirtschaftlichen oder politischen Zeitungsartikeln angehören; bei der Un­exaktheit, ja einige Male eindeutigen Unrichtigkeit der in ihm gegebenen Definitionen (z. B. S. 475 „Magnat — Würdenträger, Monismus — Philo­sophie, die von der Ansicht ausgeht, daß die Seele nur eine Funktion des Körpers sei“) ist allerdings nur zu hoffen, daß es möglichst wenig heran­gezogen werden möge. Im Satz sind eine große Zahl von Fehlern stehengeblieben, die beson­ders bei Eigennamen unangenehm auffallen (z. B. S. 198 „Igor Stawinskij“ statt Strawinskij, S. 341 „Mandschuko statt Mandschukuo, S. 342 „Subha Chandras Bose“ statt Subhas Chandra Bose, S. 343 „Iskanderun“ statt Iskenderun“, S. 410 „Hoepfner“ statt Hoeppner, S. 453 „Novarra“ statt Novara, S. 460 „Josef Wassarionowitsch Dschugaschwili“ statt Wissario- nowitsch). Störend machen sich auch unverständliche Satzkonstruktionen oder schlecht formulierte Stellen bemerkbar (z. B. S. 301 „Die Verwechs­lung des Unterganges einer bestimmten politischen Form, einer Kultur und einer Gesellschaft werden dabei leicht mit dem Untergang der Kultur über­haupt und des Menschengeschlechts verwechselt“, S. 314 wird Heinrich von Srbik als Vertreter der neueren Geschichte „in Deutschland“ bezeich­net, S. 350 „In Kärnten hat 1920 eine Volksabstimmung der slowenischen Minderheit zugunsten Österreichs entschieden“, S. 375 „Karl Renner“ — „Dr. Otto Bauer“, S. 383 „ ... Schuschnigg ... tritt am 11. Februar (sic!) 1938... vom Bundeskanzleramt (sic!) zurück“, S. 420 „Nationalbolsche­wistische Regierungen“ führen 1945 die Vertreibung der Deutschen durch; auf derselben Seite wird diese Vertreibung als „Voraussetzung für die Bolschewisierung Ost- und Südost-Europas“ bezeichnet, andrerseits heißt es S. 446: „Schon während des Krieges fliehen hunderttausende Men­schen ..., verlieren Heimat und Eigentum ...“, ohne daß darauf hinge­wiesen wird, daß diese Flucht in erster Linie durch nationalsozialistische Propaganda- und Zwangsmaßnahmen ausgelöst wurde, S. 427 „Im Nord­osten und Nordwesten grenzt sie (die Türkei) an die Sowjetunion, die außerdem von Nordiran her die Provinz Turkistan (vermutlich statt Kur­

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