Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 5. (1952)

MIKOLETZKY, Hanns Leo: Das Archivio di Stato in Cagliari

Italien 405 sehen Anteil objektiv rekonstruiert und derart beigetragen, die historische Wahrheit in vielem richtigzustellen.“ Die 1814 in Turin gegründete und dann über Florenz nach Rom ge­langte Biblioteca Militare Centrale entstand aus der 1891 verfügten Vereinigung mehrerer Bibliotheken und zählt mit 200.000 Bänden zu den größten des Landes. Ihre Schätze reichen in das 16. Jahrhundert zurück und betreffen vielerlei Wissensgebiete, weshalb sie sich in einen militärischen und einen allgemeinen Teil gliedert. Im letzten Kriege verlor sie 4000 Bände. Das Ufficio Storico della Marina Militare besteht seit 1913. Bisherige Publikationen: Krieg in Lybien, italien.-österr.-ung. Seekrieg 1915/18 (Dokumente), italien. Seekrieg 1915 18, bis 1942 in 8 Bänden, Seeaktionen 1831, 1859, 1870 und Afrika, 36 Bände mit Über­setzungen von 21 Auslands-Publikationen. Das Centro di Documen- tazione Storica sammelt seit 1940 Quellen zum zweiten Weltkrieg (bisher 15.120 Tagebücher, 2043 Relationen, Statistiken, Presseberichte, Radiosendungen). Das marinehistorische Amt verwaltet auch die Marine- Museen. Das Museum in La Spezia wurde ausgebombt, befindet sich jetzt, nach Einbußen an den verlagerten Objekten nach dem 8. 9. 1943, im Castello San Giorgio, das Museum in Venedig konnte 1948 wieder eröffnet werden. Während des zweiten Weltkrieges wurde ein Comitato Storico aller drei Wehrmachtsteile zwecks Koordinierung der Geschichtsschreibung eingerichtet, das bis jetzt die Seepolitik 1919/1940, die Vorgeschichte des Kriegseintrittes, Aktionen in Abessinien, Spanien, Albanien, Frankreich und Griechenland-Jugoslawien bearbeitete. Wegen Verlustes der meisten amt­lichen Quellen werden Mitkämpfer und Heimkehrer zur Niederschrift ihrer Erlebnisse veranlaßt, mit England wurde ein Quellenaustausch eingeleitet. Nach 1945 erschienen Arbeiten über Pearl Harbour und das West-Mittel- meer. Die Biblioteca Centrale della Marina, gegründet 1863, besitzt 130.000 Bände und 800 Atlanten, an Inkunabeln u. a. Sichten­steins Ephemeriden 1498, „Orbis Breviarium“ (Florenz 1493), Stra­bos Geographie (1480) und die Kosmographie des Ptolemäus in der Ausgabe von 1490. Das Ufficio Storico del l’A eronautica Militare ent­stand 1927 und hat ebenfalls sein eigenes Archiv und seine Fachbibliothek, die auf 1929 zurückgeht und 16.000 Bände zählt. Von den Publikationen erwähnenswert: „Geschichte der Militärluftfahrt seit 1884“, „Pioniere der italienischen Luftfahrt“, „Die ersten Kriegsflüge der Welt“ und „Die italien. Luftwaffe im zweiten Weltkrieg“. Das Archivio di Stato in Cagliari. Von Hanns Leo Mikoletzky (Wien). Das gegenwärtige Archivio di Stato in Cagliari (Sardinien) befindet sich in der Neustadt (Villanova) an der Ecke der via Sidney Sonnino in der via Galura 2. Eine Gründung der Könige Karl Emanuel II. und Viktor Amadeus III., hat es durch amerikani-

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