Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 5. (1952)

HAUPTMANN, Ferdinand: Österreich-Ungarns Werben um Serbien 1878–1881

Österreich-Ungarns Werben um Serbien 1878—1881 249 bot der Anschluß ,an Österreich klare Vorteile — Königsproklamation und Vergrößerung gegen Süden, d. h. in einer Richtung, in die die stolzesten Erinnerungen die Serben wiesen. Die Errichtung eines stehenden Heeres hinter der schützenden Wand des Geheimvertrages zeigt, daß sich Serbien mit großen Plänen befaßte2). Diese nun mit Österreich zu verknüpfen, um die Überzeugung von der österreichischen Unentbehrlichkeit in Serbien zu verbreiten, blieb die Auf­gabe der österreichischen Politik. Als im serbisch-bulgarischen Krieg der serbische Thron und damit der österreichische Einfluß ins Wanken gerieten, drückte Kálnoky diesen Zusammenhang mit den Worten aus, der öster­reichische Einfluß müsse in Serbien auf der festen Grundlage gemeinsamer Interessen beruhen3). 7. U Für diese ganze Darstellung cf. I. Die Briefe des serbischen Ministerpräsidenten und Außenministers Pirocanac: an den Fürsten Milan, vom 13. VIII. 1882, an den serb. Gesandten in Paris, Marinovic, vom 16. IX. 1882, an den serb. Gesandten in Wien, Bogicevic, vom 7. VII. 1883, (Abgedruckt bei Pirocanac, a. a. O., S. 36 ff.) II. Die Aufzeichnungen des Pirocanac (bei f a k c h i t c h, a. a. O., S. 434 ff.). 2) Jovano vie J.: Tajna konvencijacs Axistro-Ugarskom. Nedeljni pregled, Jg. II, No. 6. Belgrad 1909 (S. 82 ff.); Yakc hitch, a. a. O., S. 100 ff. 3) G o o s s, a. a. O., S. 61.

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