Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 5. (1952)

HAUPTMANN, Ferdinand: Österreich-Ungarns Werben um Serbien 1878–1881

244 Ferdinand Hauptmann bischen Handelsvertrag. „Man will dem Volke einreden, daß dem serbischen Handel damit Fesseln auferlegt seien, die ihn ausschließlich von Österreich- Ungarn abhängig machen werden; am stärksten soll man jedoch durch den Hinweis auf die neuen Steuern das Volk beeinflussen.“ — Herbert an Kállay. Gmunden, den 25. VII. 1881 (Verhandlungen 1881—1886). 22) Project de réponse de Baron de Haymerle ä M. Mijatovich. (Verhand­lungen 1881—1886). 23) „Votre Excellence me repondit, qu’en sa qualité de ministre des affaires étrangéres d’une grande puissance eile ne pouvait subordonner l’appréciation de la portée d’un traité aux vues de tel ou tel ministre serbe“ — Privatschreiben des Fürsten Milan an Haymerle. Belgrad, den 2. X. 1881 (Verhandlungen 1881 bis 1886). 24) Mijatovic an Haymerle. Wien, den 1. IX. 1881 (ibidem). 25) Haymerle an Mijatovic. Wien, den 2. IX. 1881 (ibidem). 26) In Wirklichkeit traf ihn die Schuld nur insoferne, als er sich mit dieser nichtssagenden Erklärung abspeisen ließ. Haymerle war derjenige, der von einem Eingehen auf die serbischen Wünsche nichts wissen wollte. Daß sich Mijatovic aber auch so leicht von Haymerle beschwichtigen ließ, wird wohl auch seinen Grund darin haben, daß er persönlich von der Nützlichkeit des Vertrages über­zeugt war, auch in seiner ursprünglichen Form, da Serbien dadurch die Unter­stützung des Nachbarstaates unter allen Umständen erlangt hatte. Herbert an Haymerle. Belgrad, den 25. IX. 1881 (Verhandlungen 1881—-1886); J ovanovic: Milan II. S. 61 verweist, meiner Ansicht nach sehr zutreffend, auf den Unter­schied, welcher Mijatovic von Pirocanac trennte. Mijatovic betrachtete, hier dem Fürsten ähnlich, die serbischen Verhältnisse aus der Perspektive des Westens. Anläßlich einer Rede in der Skupstina behauptete er, den Westen besser zu kennen als sein eigenes Land. Deshalb war ihm auch die Neigung für Rußland völlig fremd und er unterschrieb den Vertrag mit Österreich viel leichter als etwa Pirocanac. Pr otic St.: Odlomci iz ustavne i narodne borbe u Srbiji. Belgrad 1911. S. 139, schildert das Verhältnis zwischen dein Fürsten und Mijatovic in der Weise, daß Mijatovic sich nie entschließen konnte, dem Fürsten etwas abzu­schlagen. So habe er auch dem Drängen des Fürsten nachgegeben, den Geheim­vertrag ohne Wissen seiner Ministerkollegen zu unterfertigen. 27) Herbert an Haymerle. Belgrad, den 25. IX. 1881 (Verhandlungen 1881 bis 1886). 28) cf. Anm. 23. 29) Privatschreiben Mijatovic’ an Kállay. Belgrad, den 30. IX. 1881 (ibidem). 30) „Mon engagement dévait formellement contenir la promesse de ne point entrer dans quelconque négociation que ce sóit relative ä un Traité politique sans communication et consentement préalable de l’Autriche-Hongrie“ (cf. Anm. 23, dazu auch Herbert an Haymerle. Belgrad, den 28. IX. 1881 [Verhandlungen 1881—1886]). 31) Kállay an Herbert. Wien, den 16. X. 1881 (ibidem). 32) Y a k c h i t c h, a. a. O., S. 459. 33) Jovanovié: Milan II. S. 64f. 34) Projet d’une declaration (österreichische Proposition) (Verhandlungen 1881—1886). 35) Herbert an Kállay. Belgrad, den 20. X. 1881 (ibidem). 38) „Les soussignés déclarent par la presente (declaration) que la disposition susdite de l’art. IV. ne saurait porter atteinte au droit de la Serbie de négocier et de conclure des traités, mémes politiques, avec un autre gouvernement. Elle n’implique pour la Serbie d’autre engagement que célúi de ne négocier et de ne pas conclure de traite politique qui serait contraire ä l’esprit et ä la temeur du

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