Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 4. (1951)

GOLDINGER, Walter: Archivwissenschaftliche Literatur der Jahre 1948–1951

Sammelreferate 2 95 schreiben, aber wem, der nicht so fest in der Wissenschaft, in der Heimat und nicht zuletzt auch im Berufsethos des Archivars verankert ist wie Zibermayr, kann das gelingen ? An Einzelbeiträgen, die dies und das zur Geschichte österreichischer Archive erläutern, fehlt es allerdings nicht. Im Rahmen des ersten öster­reichischen Archivtages, der zusammen mit der Festfeier des österreichischen Staatsarchivs aus Anlaß des 200jährigen Bestandes des Haus-, Hof- und Staatsarchivs abgehalten wurde, behandelt ein Referat in einer flüchtigen Skizze die „Epochen des österreichischen Archivwesens“ 1). Mehr konnte und sollte dort nicht geboten werden, weshalb es sich erübrigt, von „Un­ergiebigkeit“ zu sprechen2). Ein fertiges Gemälde zu gestalten, kann nur in einer größeren Publikation geschehen, deren Drucklegung bevorsteht. Immerhin konnten aber gewisse Kriterien für die Periodisierung und die den einzelnen Zeitabschnitten zugeordneten Archiv- und Archivartypen be­leuchtet werden. Es sind ja die verschiedensten Kultur- und Sachbereiche, an denen die Archive teilhaben. Über Kloster- und Stiftsarchive alter Prägung, Gloggnitz3), Lambach4) und Millstatt5 6), liegen Einzelunter­suchungen vor, die Schicksale des Bistumsarchivs von Wiener Neustadt er­fahren durch Wodka eine sachkundige und liebevolle Erörterung8). Das Linzer Pfarrarchiv wird von Schober sorgfältig beschrieben7). In zwei Arbeiten, die in erster Linie der Historiographie gewidmet sind, kommen die engen Zusammenhänge, die die Geschichtsforschung und die Geschichts­schreibung immer wieder an die Archive heranführen, sehr gut zur Geltung8). Jubiläumsfeierlichkeiten boten Anlaß, die Bedeutung des historischen Vereins für Steiermark für die Denkmalpflege, damit auch für den Archivalienschutz und die Entwicklung der Landesarchive überhaupt, ins rechte Licht zu rücken 9). 4) Goldinger W., Mitt. d. österreichischen Staatsarchivs, 2, 81—84. 2) Besprechung von Lee sch im Archivar, 4 (1951) 81. 3) Lechner K., Das Archiv der ehemaligen Propstei Gloggnitz. Seine Geschichte und seine Bestände. Festschr. z. Feier d. 200jährigen Bestandes d. Haus-, Hof- u. Staatsarchivs 1 (1949), 54—94. 4) Grüli G., Geschichte des Lambacher Klosterarchivs. Mitt. d. Ober­österreichisches Landesarchivs, 1 (1950), 155—181. 5) Weinzierl E., Geschichte des Benediktinerklosters Millstatt in Kärnten. Archiv f. vaterl. Geschichte u. Topographie, 33 (1951). 6) Wodka J., Die St. Pöltener Bestände des ehemaligen Wiener Neustädter Bistumsarchivs. Festschr. z. Feier d. 200jährigen Bestandes d. Haus-, Hof- u. Staatsarchivs 1, 192—221. Die Kunstdenkmäler des Benediktinerstiftes St. Lambrecht. Österreichische Kunsttopographie, 31 (1951), 123—128, 151—304. 7) Das Archiv der Stadtpfarre Linz. Mitt. d. Oberösterreichisches Landesarchivs, 1 (1950), 183—191. . * 8) Coreth Anna, Österreichische Geschichtsschreibung in der Barockzeit. Veröffl. d. Kommission f. neuere Gesch. Österreichs, 37 (1950); Santifaller L., Forschungen und Vorarbeiten zur „Austria sacra“, 1 (1951). 9) Popelka F., Der historische Verein für Innerösterreich und sein steirischer Zweigverein. Zeitschr. d. hist.Vereins f. Steiermark, 41 (1950), 3—23; Brantner W., Hundert, Jahre historischer Verein für Steiermark, 1850—1950. Ebendort, 24—72. Vgl. auch Jungmair Otto, Lebendige Worte an die Heimat. Anläßlich des 100. Todestages Anton von Spauns aus seinen Schriften zusammengestellt. Ober- österreichische Heimatblätter, 2 (1949), 149.

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