Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 4. (1951)

ACHT, Peter: Ein Registerbuch des Bischofs Nikolaus von Regensburg (1313–1340)

Ein Registerbuch des Bischofs Nikolaus von Regensburg (1313—1340) 117 in der Mark Brandenburg die ersten Anregungen für die Anlage des ältesten brandenburgischen Registers gegeben haben 1). Das Regensburger Register führt uns in das Anfangsstadium der Registerführung, von dem aus noch ein weiter Weg zur Vervoll­kommnung, wie sie die an der Kurie geführten Register um diese Zeit schon erreicht haben 2), zurückzulegen war. Mit dem Nachweis dieser Hs. steht jedoch die Regensburger Kanzlei mit an der Spitze der bisher bekannten süddeutschen Registerführung. Ein Bischof, der seine Ausbildung in der Reichskanzlei genossen und in Italien die bereits weit stärker entwickelte Verwaltung und deren Hilfsmittel kennengelernt hat, geht bei der Gestaltung des Geschäftsganges seiner Kanzlei zu neuen Formen über3). Seine Nach­folger auf dem Regensburger Bischofsstuhl schreiten auf dem einmal begonnenen Wege weiter 4). b Gegen Groß Lothar (Besprechung von Meyer Eugen, Mon. Pal., in: MIÖG., Bd. 46 (1932), 244, der den Hauptgrund „in der Einstellung des neuen Landes­fürsten zu dem neu gewonnenen Territorium, die in erster Linie auf die möglichste Ausnutzung des Landes bedacht, zum Schutze der landesfürstliehen Interessen und Rechte eine geordnete auf Schriftlichkeit basierte Geschäftsführung er­strebte“, erblicken will. 2) Zum päpstlichen Registerwesen des 14. Jahrhunderts vgl. Tangl Michael, Die päpstlichen Register von Benedikt XII. bis Gregor XI. Festgaben zu Ehren Max Büdingers, S. 289 ff. — Br esslau, a. a. O., S. 11411. 3) Auf Bischof Nikolaus geht auch die Anlage eines vorbildlichen öster­reichischen Urbars aus dem Jahre 1334 zurück, vgl. Dachs, Verhandl. d. Hist. Ver. v. Oberpfalz u. Regensburg, Bd. 80 (1930), 113, Anmerk. 7. Seine Tätigkeit als Notar der Reichskanzlei, als Protonotar König Johanns von Böhmen und später als trefflicher Verwalter seines Bistums würde eine eigene Untersuchung verdienen. 4) Ein zweites Register ist von Nikolaus’ zweitem Nachfolger, Bischof Konrad VI. (1368—1381) erhalten, Bayer. Hauptstaatsarchiv München, Hochstift Regensburg, Lit. 3. — Vgl. auch Dachs, Verhandl. d. Hist. Ver. v. Oberpfalz u. Regensburg, Bd. 80 (1930), 118, Anmerk. 23. Ob auch Bischof Friedrich (1340—1368) Register geführt hat, ist zu vermuten, konnte aber noch nicht fest­gestellt werden.

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