Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 1. (1948)

SANTIFALLER, Leo: Quellen zur Geschichte des spätmittelalterlichen Ablaß- und Reliquienwesens aus schlesischen Archiven

Quellen zum Ablaß- und Reliquienwesen 37 Zweites Kapitel. Die Ablaßurkunden des Vinzenzstiftes Im folgenden werden die für das Vinzenzstift erlassenen und im Vinzenzarchiv aufbewahrten, bzw. überlieferten Ablaßurkunden, u. zw. die älteren bis zur Mitte des 13. Jahrh. teilweise in Regestenform, und die jüngeren in vollständigen Texten veröffentlicht. Im übrigen wurde der Rahmen der aufzunehmenden Urkunden möglichst weit gespannt und daher nicht nur Urkunden aufgenommen, welche das Vinzenzstift im engeren Sinne betreffen, sondern auch jene Stücke, die für Kirchen, welche zum Vinzenzstift gehören, z. B. Allerheiligen­kirche, Michaelskirche, Beuthen usw., ausgestellt wurden. 1. 1243 o. T. Bischof Thomas (I.) von Breslau verleiht allen, welche die Kirche zu St. Vinzenz in Breslau am Feste dieses Heiligen andächtig besuchen, 40 Tage Ablaß. — „Saluti providentes animarum.“ Orig. Perg. (14-7 b X 6 h): Breslau Staatsarchiv, Rep. 67 n. 33. Kopie von 1487: Breslau Staatsarchiv, Rep. 135 D. 90 b. (Indulg.- Reg.), fol. 28v (X Vv) n. 17. Kopie der 2. Hälfte des 18. Jahrh.: Breslau Stadtarchiv, Hs. Klose 104 fol. 84r. Regest: Schles. Reg. n. 592. Auszug: Indulg.-Reg. fol. 5r (III 2). Siegel an Perg. Str. 2. 1246 August 21, Breslau. Bruder Opizo, Abt von Mezano, päpstlicher Vikar (vices gerens) in Polen, Preußen und den umliegenden Ländern, verleiht, da er erfahren, daß das St. Vinzenzstift der Prämon- stratenser zu Breslau Reliquien des heiligen Eustachius auf­bewahre, allen, welche nach Ablegung der Beichte das genannte Stift alljährlich am Feste des heiligen Eustachius andächtig besuchen, 40 Tage Ablaß. Orig. Perg. (17 b X 14-3 h.) Breslau Staatsarchiv, Rep. 67 n. 36.

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