Áldásy Antal: Magyar czímeres emlékek III. füzet (Budapest, 1926)

Németnyelvű tartalmi áttekintés

INHALTSÜBERSICHT. Das III. Heft der Monumenta Hungáriáé Heraldica enthält die Reproduktionen von 31 Wappen. Dann entfallen auf das Mittelalter — die Zeit vor 1526 — 30 Stück, 1 Stück auf das ausgehende XVI. Jahrhundert. Vertreten sind König Sigismund mit 10, Wladislaus I. mit 2, Ladislaus V. mit 5, Mathias Corvinus mit 2, Wladislaus II. mit 4, Ludwig II. mit 7 Stücken, der Großfürst von Siebenbürgen Sigismund Báthory mit 1 Stück. Die Reihenfolge eröffnet das Wappen der Familie Hideghéti vom Jahre 1411 (Tafel 1 Li). Der Wappenbrief — der dritte in der Reihe der mit Wappenbild versehenen ist der erste Vertreter der Form, in der die Wappenurkunden des ungarischen Mittelalters ausgestellt sind. Die ersten beiden, die der Familien Tétényi und Haraszti vom Jahre 1405 und die der Familien Garázda und Szilágyi 1409 sind unter dem königlichen Doppelsiegel ausgestellt, der König wird mit dem großen Titel angeführt, das Schlußprotokoll enthält die Namen der kirchlichen und weltlichen Würdenträger. Der Hideghéti'sche Wappenbrief hingegen ist mit dem könig­lichen Secretsiegel besiegelt, der König wird mit dem kleinen Titel angeführt, die Aufzählung der Würdenträger unterbleibt. Diese Form zeigen nun im allgemeinen vom 1411 angefangen die ungarische Wappenbriefe bis 1526. Erst unter den Habsburgern finden wir wieder die Anwendung des großen Titels, die Aufzählung der kirchlichen und weltlichen Würdenträger und in einzelnen Fällen die Verwendung des Doppelsiegels. Charakteristisches Merkmal für die ungarischen Wappenbriefe ist die Stellung des Wap­pens. Während bei den Reichswappenbriefen das Wappen in der Mitte der Urkunde angebracht ist, steht das Wappen in den ungarischen Wappenbriefen an der Spitze der Urkunde. Die älteste Wappenurkunde — die der Familien Tétényi und Haraszti ist wohl nach Art der Reichswappenbriefe ausgestellt, das Wappen befindet sich in der Mitte und ist dementsprechend nach rechts gestürzt, doch schon bei dem zweiten Wappenbrief — 1409 für Garázda und Szi­lágyi — wird von dieser Art abgewichen, das Wappen ist an die Spitze der Urkunde gestellt und demzufolge, gemäß den heraldischen Höflichkeitsregeln, nach links gestürzt. Einzelne Aus­nahmen kommen später immerhin noch vor. Wir kennen Wappenbriefe, die das Wappen rechts gestürzt zeigen (z. B. Hoffmaister, Erchy de Nadasd, Armbruster (Tafeln xv LXV, XXI/LXXI, XXVI/LXXVI) und solche, die nach Art der Reichswappenbriefe ausgestellt sind, so z. B. Hoffmaister, Hanns Kannstorfer von König Ladislaus V., die der Städte Késmárk und Mährisch­Hradisch von Mathias Corvinus, Sapharych von Sywecz von Wladislaus II. Diese Abweichung von der Regel läßt sich vielleicht dadurch erklären, daß diese Wappenbriefe für Familien fremden — deutschen — Ursprunges, beziehungsweise für Städte mit deutscher Einwohner­schaft lauten, die die ungarische Ausfertigungsart als nicht vollkommen rechtskräftig ansahen. Für den Diplomatiker bieten die Urkunden ebenfalls einiges Interesse. So bildet der Wappenbrief der Familie Cseh von Martonfalva den Mitteltyp zwischen der expedito patens und Magyar Cxímeres Emlékek. III. E2

Next

/
Thumbnails
Contents