Domanovszky Sándor: József nádor iratai III. 1807-1809. (Budapest, 1935)

1807 okt.-dec.

es gewünscht, ich nahm mir dahero vor, die Vornehmsten der Stände am 20-ten Früh zusammenzuraffen und ihnen meine Meinung hirüber zu eröffnen. Erst spät abends am 19-ten kam mir der Aufsatz des nuntii gantz zu Händen, und obgleich ich wegen Kürze der Zeit den Innhalt derselben mit denen königlichen] Entschließungen, mit denen Gesetzen nicht vollkommen zusammenhalten konnte, so fände ich vorzüglich dabei zu erinnern, daß durch selben mehrere neue Grundsätze regalisirt werden wollten, die nicht gantz probehältig waren, daß manche harte, Euer Majestät nothwendiger Weise minder angenehm sein könnende Ausdrücke und Vorwürfe in selben enthalten, daß der Schluß des nuntii so verfaßt, daß jeder, welcher ihn lesen sollte, mit Grunde ver­muthen müßte, daß die Stände sich entweder noch vorbehalten wollten, die Frage wegen den Conditionen ferners noch zu ver­handeln, oder daß ihr Sinn wohl gar dahin gehe, wenn über ihre wiederhohlte Begehren keine günstige Entschliessung erfolgen würde, von dem subsidio unter dem Vorwande, daß die damit verknüpften Bedingniße nicht erfüllet worden, zurückzutretten, daß endlich die ausserordentliche Länge des nuncii, wenn nach selber die Vorstellung an Euer Majestät abgemodelt werden sollte, selbst bei vollkommener Zustimmung beeder Tafeln sich in die Länge ziehen und die ohnehin beschränkte Zeit, in welcher doch noch so manch Gutes geschehen könnte, gantz ohne we­sentlichen Nutzen des Landes verzehren würde. Diese Betrachtungen, vorzüglich aber jene der Folgen, welche aus dieser Art des Vortrags für das Land, die Ehre der Nation entstehen, den üblen Eindruck, den selbe auf das Aus­land machen, die Unzufriedenheit Euer Majestät, die sich die Stände dadurch verdienterweise zuziehen würden, bewogen mich, ohnerachtet der Personal in einem an diesen Abend erstatteten Bericht mir meldete, daß mehrere kleinere Conferenzen abge­halten und in selben die Abänderungen des nuntii, die Ein­schaltung einer angemessenen Declaration wegen des Subsi­diums beschlossen worden, und dahero glaubte, daß bevor ich mit denen Ständen eine Conferenz abhalte, der Ausgang des fol­genden Tages abgewartet werden sollte, diese Conferenz noch ferners auf den folgenden Tag zu bestimmen, damit die Stände, noch bevor sie ein Circularconclusum gefaßt, von meinen Ge­danken, von meinen Gründen belehret, die Sache mehr dem wohl des Vaterlandes, denen Wünschen Euer Majestät ange­messen einleiten könnten. Späterhin würden sie onfehlbar das vorausgegangene Ubereinkommen vorgeschützt haben, und schwer oder gar nicht von ihrem Entschluß abgewichen sein. In der am gestrigen Tage abgehaltenen Conferenz, wobei

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