Domanovszky Sándor: József nádor iratai III. 1807-1809. (Budapest, 1935)
1809 Január-Május
Ihrem treuen Diener zu bemerken, daß wie ich es Ihnen mündlich öfters widerhohlte, durch ähnliche ausserordentliche] Anstalten daß [sie l] Deficit der Finanzen, die Lasten Ihrer Unterthanen vermehrt, das Aufsehen im Auslande vergrößert werde und Euer Majestät dann durch beedes, wider Ihre bessere innere Ueberzeugung, um einen Umsturz des Staats im inneren auszuweichen, zum Kriege genöthiget seyn werden. Ob aber durch letzteren ausgewichen werde, will ich nicht behaupten. Ich glaube es nicht und vermuthe vielmehr, daß unglückliche] Ereigniße des Krieges dann dem Staate einen schnelleren und schmählicheren Fall zubereiten werden. Geruhen Euer Majestät diese wenigen aus blosser Anhänglichkeit Ihnen unterlegten Bemerkungen gnädigst aufzunehmen, sie zu erwägen und gnädigst zu betrachten, daß Ihre jetzigen Schritte, die Gott leiten möchte, von dem Schicksaale 20 Millionen Menschen definitiv entscheiden, daß ein nicht offenbar provocirter Krieg daß [sie !] gantze Odiose der Sache auf Ihre Person werfe und dann kein Mittel mehr vorhanden seyn werde, die öffentliche] Stimmung im Inn- und Auslande für uns zu gewinnen, den Verfall des Staates, denn [sie!] ich leider nur alls zu gewiß voraussehe, zu verhüten. Möge dann jeder Ihrer Diener auf seinen Posten Ihnen in der That jene Beweise von Treue und Anhänglichkeit geben, von denen er jetzt spricht; es wird ein Augenblick eintreten, der der Probstein aller werden muß, und dann zweifle ich, ob alle Stich halten werden. Mich werden Euer Majestät immer auf dem Weeg der Ehre finden und ich werde mich glückl[ich] schätzen, wenn ich für Sie mein Leben auf dem Schlachtfelde lassen, dadurch aber ausweichen kann, die Erfüllung meiner Besorgniße, die Zerstöhrung der oesterreichischen Monarchie zu erleben. Ich wäre gleich nach Empfang des allerhöchsten Handbillets wegen Stellung der 20.000 Recrouten selbst nach Wienn gekommen, um dieses mündlich] Euer Majestät vorzutragen, allein bey dem elenden Zustand der Strassen konnte ich die Reise nicht wagen, da ich seit meiner Rückkunft beständig an rheumatischen Schmertzen leide. Überdieß sind meiner Geschäfte so viele, daß mir zu Ihrer Beendigung die Zeit fast mangelt. Sollten jedoch Euer Majestät mit mir befehlen und über die in diesem Schreiben und meiner allerunterthänigsten Vorstellung aufgezeichneten, für das allgemeine Wohl so wichtigen Gegenstände, dann über die ferners noch zu treffenden Anstalten sich mit mir besprechen wollen, so bitte ich mir es nur zu wissen zu machen, damit ich sogleich nach Wienn all obiger Anstände ohnerachtet abgehen und Ihre weitere Befehle empfangen könne. Uebrigens geruhen Euer Majestät den Innhalt der beyliegenden Vorstellung zu beherzigen, und wenn es thunlich, die Stellung der 20.000 Mann weitershin zu verschieben, József nádor élete és iratai. IV. 24