Domanovszky Sándor: József nádor iratai II. 1805-1807. (Budapest, 1929)

1805

216 1805 KOV 25. General Mayer 1 überbrachte, gesehen haßt, so beunruhigte mich die­von denen Franzosen ausgestreute Nachricht der Neutralitaet von Ungarn. Da ich seit 3 Wochen von dem Kaiser gar nichts erhalten, habe, und durch die Curiere, so mir zukommen, nur Briefe oder Verordnungen des F. Z. M. Latour bekomme, so wußte ich nicht, was . ich denken sollte. Ob vielleicht S. M. Dir einen Befehl dazu gegeben haben, oder etwa selbst in Mähren einen Waffenstillstand geschlossen habe, wo von das eine Bedingniße wäre u. s. w., denn so eine schänd­liche und dumme That, wie die von G[eneral] M[ajor] Palfy, konnte ich mir nicht denken. Ich danke Dir sehr für die mir gegebene Aufklärung, Du hast Dich wieder als ein grader Mann, und als ein treuer Staats-Diener in dieser Gelegenheit gezeigt. Ich schrieb schon vor langer Zeit dem Kaiser, um Ihme die dringende Nbthwendigkeit, einen Waffenstillstand zu schlüßen, an das Herz zu legen, allein ich erhielt gar keine Anthworth, so wie ich auf nichts Anthworth erhalten. Den 31. 8-ter schrieb Er mir, ich sollte in der jetzigen Lage alles thun, was ein kluger Feldherr zu dem Nutzen des Staats thun kann, und sonst kein Worth mehr. Ich wünschte sehr den Kaiser in Ofen zu wissen, da wäre Er doch in der Nähe der einzigen Armee, die Er mehr hat, in dem einzigen Land, auf das Er noch zählen kann, nicht blos zwischen seinen Allirten. Er könnte uns leiten, er wüßte, wie seine Sachen, stehen, und wir wüßten, an was wir uns zu halten haben; so weiß keiner nichts. Allein die bösen Menschen die Ihme umgeben, werden nie zugeben, daß Er in unserer Nachbahrschaft, und dahin kommt, wo er die Wahrheit hören und sehen kann. Solange diese nicht ent­fernet sind, kann und wird es nie besser gehen, wenn sich nur die Nachricht von Ihrer Entfehrnung bestättigte. So sehr ich wünschte, daß ein Waffenstillstand geschloßen werden könnte, so wenig glaube ich, daß wir es auf uns nehmen könnten, ihme zu schließen, weil e3 mir ganz unbewußt ist, was der Kaiser eigentlich für Absichten, oder für einen Plan hat, weillen sich eine solche Unterhandlung mit Negotiationen kreuzen könnte, so indessen directe von S. M. gemacht würden, und weil in dem Tractat mit Russland bestimmt ausgemacht worden ist, daß keine der beyden allierten Mächten ohne die Einwilligung der anderen die Waffen niederlegen, oder einen Waffenstillstand schließen darf. Traurig ist es, ein Mittel zur Rettung vor sich zu sehen und es nicht ergreifen zu dürfen. Dieser Krieg hat den Umsturz der Monarchie so beschleuniget,., daß er gewis selbst, wenn in dem Augenblick Friede gemacht wird, nicht entfehrnet seyn kann. Hungersnoth ist künftiges Jahr unaus­weichlich, wie ich mich alle Tage, überall, wo die Armee durchziehet^ 1 Heldenfeldi Mayer Antal vezérőrnagy.

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