Domanovszky Sándor: József nádor iratai I. 1792-1804. (Budapest, 1925)

1804.

Hofkanzley, tkeils bey Euer Majestät unerlediget und obgl. von letztern eine beträchtl. Anzahl aufgearbeitet worden, so erliegen annoch eben die wichtigsten und die auf systematische Anordnun­gen Bezug haben, noch ohne Entsehliessung. Bey dieser Laage der Sachen bleibt mir nichts anderes übrig, als manche Gegenstände, die vermöge Vorschrift Euer Majestät unterbreitet werden sollten, aber keinen Verzug leiden, selbst zu entscheiden und mich lieber einem Verweiß auszusetzen, als durch die Stockung der Geschäfte den Staat einem Verlust oder einer Gefahr auszusetzen. Nach dem Vorangelassenen muß ich also Euer Majestät bitten, solche Mittel treffen zu wollen, wodurch die Geschäfte besser befördert, oder denen Stellen mehr Activitaet eingeräumt werde, da ich sonst nur traurige Polgen davon besorgen muß. Da ich die Acten der 0[om­missi]on zu Auseinandersetzung der Familiengeschäfte nur bereits durchgelesen und nach genauer Erwägung meinen Brüdern wieder zurückgesendet habe, so muß ich Euer Majestät eröfhen, daß nur der Mangel an schriftl. Beweisen über die Hausrechte und Gewohn­heiten des Hausrechtes des Hauses Oesterreich mich bewogen haben, der von meinen Jüngern Brüdern genehmigten Aeusserung des Hofraths Zeiller in Betreff der Erbschaft K. Josephs II. beyzu­stimmen, da ich sonsten, wenn die Staatskanzley ihre Meynung über diesen Punct mit schriftl. Beweisen, welche den Grund der­selben berichtigen, unterstützt hätte, derselben bey gepflichtet wäre. 1 Was nun Euer Majestät über diesen Gegenstand gnädigst zu be­stimmen geruhen werden, so halte ich (da meine Absieht nie war, mich mit Nachtheil meiner Brüder der Nachkommenschaft Euer Majestät oder des Staats zu bereichern) es für meine Pflicht, den Fall ausgenommen, wo Euer Majestät die Meynung der Staats­kanzley vollkommen genehmigten und also nur die dos et contra­dos unserer seel. Mutter der Theilung widmeten, mich im voraus zu erklären, daß ich auf das mir von Euer Majestät versicherte jährl. Einkommen von 100.000 fl. aus dem Familien-Fond, so lange derselbe nicht nach Abzug der daraus meinen Brüdern gebüh­renden Appanagen einen hinlängl. Ueberschuß hat, Verzicht leiste. Indeme ich nun diesen Schritt thue, welcher vielleicht mir die Hofhung benimmt, in einer 2ten Verbindung jenes Glück zu finden, welches ich in meiner gegenwärtigen Laage am meisten bedarf, so erlauben mir Euer Majestät, daß ich Ihnen nochmals meinen wärmsten Dank für die Gnade zu bezeigen, die Sie hatten mir durch Auszeichnung eines beträchtl. Etablissements die Mittel zu einer neuen vortheilhaften Verbindung zu schaffen und dadurch mein Glück neuerdings zu befördern. Wenn Euer Majestät niehts andeies befehlen, werde ich bey meiner nächsten Reise nach Wienn 1 Zeiller Ferenc Alajos (1751—1828) jogtudós a nádort és öccseit tanította a jogtudományra. A családi vagyon fölosztására vonatkozó tervezet. Kab. A. 16/1804. sz.

Next

/
Thumbnails
Contents