Hajnal István: A Kossuth-emigráció Törökországban, I. kötet (Budapest, 1927)
IRATOK
Wenn Sie nun, mein Hochverehrter Herr _ Gouverneur, Ihre Internirung in Kutahieh noch einmal in reifliche Überlegung ziehen, so werden sie finden, dass ein materieller Widerstand einerseits fruchtlos wäre, anderntheils Sie um einen guten Theil der türkischen Sympathien brächte. Die Gerechtigkeit Ihrer Sache im Einklang mit Ihrer Würde, die mir jetzt namentlich über Alles geht, könnte nach meinem unmassgeblichen Dafürhalten nöthigenfalls durch einen einfachen schriftlichen Protest gewahrt werden. Ich glaube, dass auch Graf Batthyanyj und General Perczel dieser Ansicht beitreten werden. Ihr am 30. Dec. 49. abgefasstes Memorandum 1 ist ein höchstwiehtiges Document, dass uns freilich nicht mehr gegen die bereits festgesetzte Internierung schützen kann, uns aber für die nächste Zukunft bestimmt sehr grosse Vortheile gewähren wird. Ich habe mich sofort an die Ubersetzung gemacht und habe die Ehre einen Theil der Copie davon zu übersenden, wonach Sie die Richtigkeit meiner Auffassung Ihrer Ideen ersehen können. Herr Brown 2 wird die Güte haben, in einem ié-a-téte dies Memorandum Sr. Hoheit dem Reschid Pascha einzureichen; ich werde nichts unterlassen, damit auch Se. Majastät der Sultan davon Kenntniss erhalte. — Ich sehne mich sehr nach einer Unterredung mit Reschid Pascha. Nach den Schritten, die ich von verschiedenen Seiten gethan, liess mir Reschid Pascha die definitive Antwort ertheilen, er könne den Secretair Kossuth's nicht als eine Privatperson betrachten und ihn empfangen, er würde sehr gerne meine schriftlichen Wünsche entgegennehmen und mir überdies eine Mittelsperson zuschicken, zu der ich mich mündlich aussprechen könnte. Trotzdem glaube ich dennoch eine persönliche Unterhaltung zu erlangen. Hauptsache, mein Hochverehrter Herr Gouverneur, bleibt jetzt für uns die bereits feststehende Internirung möglichst zu unserenGunsten auszubeuten. Sie wünschen seit jeher, und diess sehr weise, zur Verhütung einer gänzlichen Auflösung der Emigration eine Colonisation auf türkischem Boden zu begründen. Hiebei ist aber die alleräusserste Vorsicht erforderlich, denn erfährt Titow oder Stürmer, dass wir jetzt schon dieserhalb Schritte bei der türkischen Regierung unternehmen, so halten Sie sich überzeugt, dass bei der gezwungenen Nachgiebigkeit der türkischen Gouvernements aus der ganzen Sache nichts wird. Sind Sie erst in Kutahieh und sind Sie bereits in den Besitz der zu Anfang durchaus erforderlichen, wenn auch nur geringen materiellen Mittel gelangt, so wird sich von dort aus mit Hülfe Ihrer zahlreichen Freunde die Colonisation vielleicht in der Nähe von Broussa (eine Tagereise von Constantinopel) wohl auf eine — — — a) a) Egy szú olvaahatlan. 1 L. 85. számot. * Az amerikai konzul.