Borsa I.: Die Lage des ungarischen Archivwesens nach 1945.

Archivbeanten sämtliche sk&rtierenden Stellen nicht visi­tieren konnten, die andere entsprang aus den nicht immer einwandfreien Vorgehen der Archivdelegierten. Diese vor vier Jahren noch gänzlich neuartige Arbeit der Kontrolle der Aktenaussonderungen hat sich inzwischen völlig eingebürgert und geht trotz kleinerer Fehler in allgemeinen mit guten Erfolg fort. Die Verordnung über die Archive verfügte nur über die Bestände aus der Zeit vor der Befreiung, sie schrieb deren Übernahme in Archiwerwahrung vor /§ 25./• Die Ministerratsverordnung Z.185/1951 regelte die Zeitgrenze der abzuliefernden Akten in mittelbarer Ifcise: sie sagt in ihrem § 2. aus, dass die. staatlichen Crgane verflichtet 1 sind, die über fünf Jahre alten Akten ihrer Registratur jährlich auszusondern /1952 den Jahrgang 1946, und in § 6. heisst es, dass die Akten, die dauernd aufbewahrt werden/ müssen, innerhalb eines Jahres nach Abschluss der Aussonde­rung durch das zuständige Archiv zu übernehmen sind. Demzufolge gelangen die Akten nach fünf Jahren in Archiv-* Verwahrung, Die Praxis hingegen zeigt, dass dies auszu­führen nicht immer möglich ist, entweder weil die -U:ten im Geschiftsgang noch gebraucht werden, oder weil die Archive über den nötigen Raum nicht verfügen, ausserdem stösst die Einschaltung der jährlichen Zuwachse an die entsprechenden Stellen im Depot auf technische Schwierig­keiten. Um alle diesen Umstanden Rechnung zu tragen, muss in Zukunft die Zeitgrenze - besonders bei mittleren und oberen Instanzen - vom fünften aufs zehnte, bzw. fünf­zehnte Jahr verschoben werden, andernteils sollen Aie ^kten dem Archiv nicht jahrlich, sondern jedes dritte oder fünfte Jahr die Zeitgrenze übersteigenden drei fczw. fünf Jahrgänge zusammen übergeben werden. Unsere Archive räumten mit ier Politik der Passi­vität, die sie noch wahrend des Htrthy-Regimes hinsichtlich der ^ktenübernahmen verfolgten, gründlich auf, und gingen zum aktiven Schutz der Archivalien über. Bei der Kontrolle der -Actenaussonderungen erfahren sie in der Praxis tag­täglich, was auch die ausländische Fachliteratur und

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