Komjáthy Miklós: Protokolle des Gemeinsamen Ministerrates der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (1914–1918) (Magyar Országos Levéltár kiadványai, II. Forráskiadványok 10. Budapest, 1966)

Einleitung: Die Entstehung des gemeinsamen Ministerrates und seine Tätigkeit während des Weltkrieges

Rußland sei übrigens keineswegs kriegsbereit und werde es sich gewiß noch sehr überlegen, an die Waffen zu appellieren.« In seinem Bericht vom 6. Juli schreibt Szögyény (ebd. S. 320): ». . . auch Reichskanzler, ebenso wie sein Kaiserlicher Herr ein sofortiges Einschreiten unserer­seits gegen Serbien als radikalste und beste Lösung unserer Schwierigkeiten am Balkan ansieht. Vom internationalen Standpunkt hält er den jetzigen Augenblick für günstiger, als einen späteren«. 206 Österreich-Ungarns Außenpolitik. Bd. VIII, S. 344. 207 Zu der im wesentlichen richtigen Bemerkung Tiszas im gemeinsamen Ministerrat vom 20. September 1914, daß nämlich Rußlands militärische Kraft unterschätzt werde, sagte Kriegsminister Krobatin, der österreichisch-ungarischen Heeresleitung könne kein solcher Vorwurf gemacht werden. Der Generalstab habe nur nicht mit einem so schnellen Aufmarsch der russischen Armee gerechnet (s. S. 183 des vorliegenden Bandes). 208 Ebd. S. 160. In eine meritorische Erörterung der Geschichte des Kriegseintritts Italiens kann ich mich hier nicht einlassen, ebenso wenig kann ich hier untersuchen, inwiefern Tisza recht hatte, die Verletzung der Neutralität Belgiens habe das Verhalten Italiens derart beein­flußt. Auch soll hier nicht untersucht werden, ob es vom Gesichtspunkt der Zukunft der Monarchie eine richtige, kluge bzw. reale Politik war, sich den italienischen Gebietsansprüchen derart starr zu verschließen. Über die Tisza diametral entgegengesetzte Auffassung siehe: M. Erzberger: Erlebnisse im Weltkrieg. Stuttgart—Berlin 1920, S. 21 ff., besonders S. 40. 209 Siehe S. 195 des vorliegenden Bandes. 210 Ebd. S. 229. 211 Die bittere Rede Tiszas (die gleich mit einem Fortissimo beginnt: »der Gedanke, etwas aus dem eigenen Leibe abzutreten, sei ein so furchtbares Opfer, daß man das Menschen­mögliche zu tun verpflichtet sei .. .«) ist voll von Ausdrücken, die schon an sich ein offenes Eingeständnis sind, daß die Italienpolitik der Monarchie auf Illusionen aufgebaut war: ».. . man damals noch hoffen konnte«, »diese Hoffnung sei leider nicht in Erfüllung gegan­gen«, ». . . die berechtigte Hoffnung, daß die Einsicht der permanenten Interessen Italiens die italienischen Staatsmänner von einer Abenteuerspolitik zurückhalten werde . . . Leider habe man sich auch hierin getäuscht«. Die Zustimmung zur Überlassung des Trentino sei für den ungarischen Ministerpräsidenten »der schwerste Entschluß, den er in seinem ganzen öffentlichen Leben zu fassen genötigt gewesen sei« (s. S. 220—223 des vorliegenden Bandes). 212 M. Uhlirz: Handbuch der Geschichte Österreichs und seiner Nachbarländer Böhmen und Ungarn. Bd. III. Der Weltkrieg. Graz—Wien—Leipzig 1939, S. 64. Hier schreibt die Verfasse­rin, Feldmarschalleutnant Urbanski, der zur Zeit, da Redls Spionage aufgedeckt wurde, Chef des Evidenzbureaus war, habe ihr gesagt, der Verrat habe nur die allgemeinen Mobil­machungspläne betroffen. 213 S. Popovics, a.a.O. S. 28. 214 Ebd. S. 28-30. 215 Ebd. S. 36. Der ungarische Finanzminister Teleszky hat in der gemeinsamen Minister­konferenz vom 3. Februar 1915 den Gedanken, der Krieg könne noch 21 Monate dauern, als absurd bezeichnet. (Siehe S. 207 dieses Bandes.) 216 S. 230—231 des vorliegenden Bandes. 217 Teleszky sagte wörtlich : ». . . der Hauptzweck sei festzustellen, was für Folgen der Krieg in finanzieller Beziehung bis jetzt hatte, und ein klares Bild darüber zu gewinnen, was der Krieg für jeden weiteren Monat kosten werde«, (ebd. S. 244). 218 Ebd. S. 243. 219 Ebd. S. 390. 220 Ebd. S. 269. 221 Ebd. S. 436 und 476. 222 Ebd. S. 255. 223 Im gemeinsamen Ministerrat vom 6. Mai 1917 sagte Tisza: ». ..wenn Deutschland auf dem Standpunkte stehe, daß die beiden verbündeten Mächte sich gegenseitig wirtschaftlich aushelfen und zusammenhalten sollen, um ihre wirtschaftlichen Kräfte gemeinsam zu ent­falten, es für Deutschland keinen anderen Weg gebe, als Österreich-Ungarn sowohl bezüglich

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