Mitteilungen des K. K. Archivrates 3.
Dr. Eduard Straßmayr: Das Archiv der Kirchdorf-Micheldorfer Sensenwerksgenossenschaft im Landesarchiv zu Linz
Das Archiv der Kirehdorf-Micheldorfer Sensenwerksgenossenschaft zu Linz. 81 Beschluß in der Jahrtagsitzung vom 28. Juli 1862 die Schriften der Genossenschaft vom Jahre 1848 angefangen chronologisch geordnet, über die ein alphabetischer Index besteht. Nach freundlicher Mitteilung des Herrn Schröckenfux, Sensenwerksbesitzers und Bürgermeisters in Win- dischgarsten, befanden sich die Archivalien der Sensenschmiede vor 1880 in einem Kasten des Herbergslokals zu Kirchdorf, später wurden sie in einer Truhe und in Kisten verpackt. In einer eisernen Meisterlade, die der jeweilige Genossenschaftsvorsteher in Verwahrung hatte und zum Jahrtag immer mitbrachte, waren die Protokoll-, Jahrtags-, Aufding-, Freisage- und Meisterbücher versperrt. Diese Art der Aufbewahrung war auf die Dauer nicht haltbar, und es mußte nur begrüßt werden, daß Schröckenfux im Jahre 1898 daran ging, die Archivalien zu sichten und neu aufzustellen, wobei er sieh genau an das Ordnungsprinzip Trauners hielt. Für die Unterbringung der Akten wählte er das im Landesarchiv angewendete Schubersystem. Zwei Jahre zuvor war das Landesarchiv gegründet worden, dessen Leiter, Dr. Krackowizer, mit Eifer und Erfolg bestrebt war, die Bestände des ihm anvertrauten Instituts zu vermehren. Der Sensenwerksgenossenschaft war dadurch die Möglichkeit geboten, mangels eines eigenen passenden Baumes ihr Archiv mit Vorbehalt des Eigentums im Landesarchiv zu deponieren. Diese sowohl im Interesse der Geschichtswissenschaft als auch der Genossenschaft selbst gelegene Überführung nach Linz erfolgte im Juni 1899. Seit diesem Zeitpunkt ist der für die oberösterreichische Gewerbegeschichte so wichtige Bestand in den weiten Bäumen des Landesarchivs wohl geborgen und der historischen Forschung zugänglich gemacht. Zwei von Schröckenfux und Krackowizer mit großem Fleiß angelegte Begister erleichtern die Benutzung. Übersicht. Für die Aufbewahrung des Archivs hat die Sensenwerksgenossenschaft im Jahre 1900 einen massiven Kasten aus Nußholz angeschafft und denselben mit einem Glasaufsatz versehen, in welchem die Handwerksprivilegien und interessanteren Stücke zur Schau gestellt sind. Band 1. Erlangung der Meisterschaft. Aufnahme in die Kirchdörfer Zunft. Übernahme von Sensenwerken durch Erbschaft, Heirat und Kauf. 1612—1823. Band 2. Beschwerden des Handwerks und einzelner Meister an die Eisenobmannschaft wegen Mangels an Stahl und Eisen sowie schlechter Qualität desselben. 1632—1803. Mitteilungen des D.-ö. Archivrates. III. ö