Mitteilungen des K. K. Archivrates 3.
Otto H. Stowasser: Das Archiv der Herzoge von Österreich. Eine Studie zur Überlieferungsgeschichte der habsburgischen Urkunden
Das Archiv der Herzoge von Österreich. 61 6. Die Innsbrucker Regierung wird verständigt, daß Wilhelm Puttsch mit der Ordnung der niederösterreichischen Schatzbriefe beauftragt sei. 1526 Dezember 4. Edlen etc. Wir sein entslossen, unnsere schaczbrief, so wir herniden in ver- warung ligen und hievor durch unnsern secretari Wilhalmen Putschen registrieren lassen haben, yeczo in richtige gute ordnung ze bringen, damit die zu yeder zeit gefunden werden mugen, und zu solhem gedachten Putschen, dieweil er desselben für ander bericht ist, zu gebrauchen. Demnach so ver des gedachten unnsers secretari ain zeit lang bey unnser regierung on naehtail oder verabsaumbung empert werden mag, so ist unnser ernstlicher bevelh, daz ir gedachten Putschen on Verzug zu unns herab geen Wienn zu ziehen abfertiget. Daran tliut ir unnser ernstliche maynung. Datum Wienn 4. decembris etc. 1526. Ferdinandus v‘- Harrach Ad mandatum cannezler __________ Fernberger. 7 . Schweinhämbls Archivinstruktion von 1547. Or. Staatsarchiv: Öst. Akt. Staat F 9. Inventari deren puecher und registratur, so über die sehaczbrieff aufgericht unnd sambt anndern anhengigen Sachen in diser truchen ligen, welcher registraturpüecher viere sein, ais primus, secundus, tertius unnd quartus, so von neuem über die schaczbrief, wie sy yeczt in ainer Ordnung ligen auf- gerieht, drüber auch ain index gemacht, so das funfft puech ist, bey welchem index und den vier puechern ire titln anfangs unnderschidlich geschriben sein, nach welchen titln, sonnderlichen nach dem index, alle fürfallende Sachen dabey richtig zu finden sein. Und nachdem die personen, so khunfftig zu diser schaezregistratur gebraucht werden, wissen khonnden, in was Ordnung die schaczbrief ligen, so thuet Schweinbambi der yeczigen kay. Mt. und den nacbkhomenden lanndsfursten erczherczogen zu Österreich etc. zu guetem disen gehorsamen bericht, zweifit nit, er werde von ime instructionweiß für guet aüso angenomen. Nachdem die schaczbrief erstliehen in ainer anndern Ordnung im schaczgwelb zu der Neustat gelegen, daheer dann dise registratur sambt den briefen und Sachen den namen haben, und sich zuegetragen gehabt, das man die zu zwaien malin deß Türckhen unfride halb flohnen und wegkhfüern müessen, so sein sy hernach von merer richtigkhait wegen mit ainer solchen Ordnung bewart worden. Nembelien sein truchen oder khasten gemacht, welcher yeder acht ladl hat, die man außheben unnd wexln khan, unnd geen die truchen nach dem alphabeth unnd die ladl drinn nach der zall durchaus, wies dann der augenschein baß gibt; und wie sy also durchaus ligen, ist bei dem index auch anfangs ain formal drüber gemacht. Unnd wenn also ain brief aingeschriben mueß werden, so soll die obbemelt person aigentlieh besehen die titln der vier puecher, unnder welchen titln unnd in welches puech derselb brief ordentlich eingeschriben unnd in das recht ladl gelegt werde, wie dann bei yedem titl spatium gelassen, auf das so kunfftig einzeschreiben, die not erfodert, auch hinach geschriben khün werden; unnd als offt nun furán ain brief daheer in dise Ordnung khumbt, so soll die person gedacht sein, als bald er die sach eingeschriben hat, das ers in index auch bring under sein rechten puechstab, damit er hinfuran auch wider zw finden sey, weil man sieh allermaist auf den index verlassen mocht.