Mitteilungen des K. K. Archivrates 2. (Wien, 1916)

Von Regierungsrat Dr. Karl Siegl: Aus dem Egerer Stadtarchive

Aus dem Egerer Stadtarchive. 71 von Leuchtemberg, Jan von Schirnzik, Hans von Kolditz, Zdenko von Postupitz, Ernst Keskowitz, Jan Zalta von Steinberg, Watzlaw von Knez- mose und den Abgesandten etlicher Städte sowohl wegen der Krönung, als auch wegen »etlicher artikel« geeinigt, »und den Girschik von Kunstadt und Podiebrad als Gubernator und die ihm »zugeordneten zwolff« als Mitregenten von Böhmen bestätigt habe, und fordert alle Inwohner des Landes auf, dieser Regierung in allen Punkten gehorsam zu sein. Ohne Datum. Pol. 45a bis 46b. — Der Kopist fügt von Pol. 46a bis 46b noch an: »Item, wie sich unnser gnediger herre, konig Lasslaw geeynt hat mit den herren von Behem alhie in der sampnung zu Wienn«, bringt einen Auszug aus den schon oben erwähnten Krönungsartikeln und schließt: »Item und wann unser gnediger herre konig Lasslaw, gekrönt wirt, so hat sich das landt zu Behem gewilligt, halben zinß seinen genaden zu geben, der wirt machen mer, wann hundert tawsent schock.« 44. 1455, April 13 (dominica Quasi modo geniti 1455), Wiener- Neustadt. — Der Erzbischof von Trier und die kurfürstlichen Räte, die in Botschaft zu Wiener-Neustadt gewesen sind, beschließen eine Zusammenkunft am Margarethentag (13. Juli) in Frankfurt, um in der Türkensache zu verhandeln. Pol. 71 a, b. 45. 1455, Juli 15 (am dinstag divisionis apostolorum 1455), Frankfurt. — Die in der Türkensache zu Frankfurt versammelten Räte der Kurfürsten und des Erzbischofs von Trier beschließen, die Ver­handlung bis auf Sonntag Lamperti (21. September)1) zu verlegen und wieder in Frankfurt zu pflegen. Hievon wäre auch Markgraf Friedrich von Brandenburg, der wegen seines Zuges gegen Preußen, »als er ytzund für hat« kaum zu erwarten sei, mit dem Beifügen zu verständigen, daß er Herzog Friedrich von Sachsen oder einen andern Kurfürsten als Bevollmächtigten bestellen solle. Ebenso wäre auch König Ladislaw zu schreiben, daß er seine Machtboten zu diesem Tage senden wolle, wie das »zur Newestat« bereits verabredet worden sei. Pol. 71b bis 72a. 46. 1455, Juli 16 (mitwoch noch divisionis apostolorum anno 1455), Frankfurt. — Ausführung des vorhergehenden Beschlusses: Erzbischoi Jakob von Trier und die anderen am Margarethentage zu Frankfurt Versammelten, auf welchem Tage man auch dem Abschiede »zu Newe­stat« gemäß des Königs Ladislaus’ Sendboten erwartet habe, verständigen den König, daß dieser Tag auf Sonntag nach Lamperti verlegt worden sei und bitten ihn, seine Räte sicher dahin zu schicken, bei welcher Ge­1) In dem nachfolgenden, an König Ladislaw gerichteten Schreiben heißt es: »suntag nach Lamperti«.

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